Friday, December 17, 2010

Mehr Abenteuer als erwartet - More adventures than expected

(Makeshift) English version below


Ihr Lieben,

nun komme ich also ENDLICH dazu den lange fälligen Eintrag nachzuholen. In Kolumbien hätte ich ja nie gedacht, dass das, was ich dort durchlebt habe, noch zu übertreffen wäre – ausserdem hatte ich natürlich mit ruhiger Dorfidylle gerechnet, als ich nach Panama zurückkehrte – aber inzwischen würde ich sogar sagen, dass das, was ich anschließend hier in Panama erlebt habe, dies vor allem gefühlsmäßig sogar noch übertroffen hat.

Inzwischen bin ich unerwarteter Weise schon wieder in der Stadt – denn wie ich bereits geschrieben habe, bekamen wir nur wenige Tage, nachdem ich in „unser“ Dorf Tortí zurückgekehrt war, die Folgen der hiesigen Regenfälle zu spüren, durch die anstelle der eigentlich schon längst angebrochen haben sollenden Trockenzeit noch nie dagewesene Wassermengen auf das Land fielen, und gerade der Osten des Landes war (ist) am meisten betroffen. Der Stausee, den ich vor drei Monaten noch mit dem Boot befahren habe, musste geöffnet, zahlreiche überschwemmte Dörfer evakuiert und die ebenfalls überflutete Panamericana gesperrt werden. 300 der Flüchtlinge wurden in der Schule unseres Dorfes untergebracht und Jenny (meine neue „Mitbewohnerin“) und ich wurden Zeugen, wie das gesamte Dorf und dessen Umgebung zusammenhalfen, um sie mit dem Notwendigsten zu versorgen. Wir selbst beteiligten uns an den „Sammeleinkäufen“ und Jenny half einige Tage auch in der „Großküche“ mit, was mir leider verwehrt blieb, da ich mit einem grippalen Infekt und anschließenden Zahnschmerzen zu kämpfen hatte (inzwischen weiß ich, dass es die Weisheitszähne waren/sind - perfektes Timing ;) )... Sie erzählte von der erstaunlich guten Stimmung unter Menschen, die auf einen Schlag alles verloren hatten. Allerdings waren wir uns bewusst, dass dieser Frohsinn schnell kippen könnte, wenn erstmal die Nahrungsmittel zur Neige gehen würden, und wir machten uns auch um uns selbst Sorgen, da uns langsam sowohl das Benzin als auch das Geld ausging (dort gibt es ja keine ATMs) und wir ja im Gegensatz zu den meisten keine Subsistenzfarmer sind und nur derzeit abgeerntete Versuchsfelder zur Verfügung haben. Abgesehen davon wurde immer klarer, dass mein Zahnproblem eine größere Angelegenheit zu sein schien und auch wenn ich mich schließlich von Carola überreden ließ das erste Mal in meinem Leben zu einer Schmerztablette zu greifen, war dies offensichtlich keine Dauerlösung. Als dann am Dienstag auch noch bekannt wurde, dass nun zusätzlich zu den Dörfern westlich von uns auch noch mehrere östlich von uns überschwemmt worden waren und mit 600 weiteren Flüchtlingen zu rechnen war, entschieden wir uns unsere Sachen zu packen und irgendwie einen Weg aus dem von Wasser eingeschlossenen Gebiet herauszufinden und in die Stadt zu kommen. Ich muss sagen, es war mir wirklich ein ziemlich unangenehmes Gefühl mich so eingesperrt zu fühlen... Wir hatten gehört, dass es für Flüchtlinge Boote über die überfluteten Gebiete gibt, pro Person aber nur ein Gepäckstück erlaubt ist, weswegen wir vieles zurücklassen mussten. Ich muss an dieser Stelle auch wirklich meine riesengroße Dankbarkeit sowohl Jenny als auch Carola gegenüber loswerden, die sich sehr lieb um mich gekümmert haben, als es mir so schlecht ging und unsere „Flucht“ verantwortungsvoll und mutig organisiert haben! Am Dienstag morgen sprachen sie mit dem Bürgermeister unseres Dorfes, der ihnen empfahl mich erst einmal in das „Gesundheitszentrum“ zu bringen, nicht weil mir dort geholfen werden könnte, aber weil wir vielleicht eine Möglichkeit zu einem Transport zu den Bootablegestellen bekommen würden, und tatsächlich hatten wir Glück und konnten – nach langer Wartezeit – in einem Auto mitfahren, das eine Hochschwangere zu einem Helikopter brachte, der sie in der Nähe der Boote abholen würde. Gott sei Dank kamen wir gerade noch rechtzeitig, um die letzten in der langen Warteschlange zu sein, die auf die Liste derer gesetzt wurden, die noch an diesem Tag übergesetzt würden. Es war schon irgendwie surreal an diesem (wie auch nach kurzer Zeit wir selbst und unser Gepäck) völlig verschlammten „Ufer“ zu stehen, neben sich noch ein paar „normale“ Häuser und ein paar Meter weiter nur noch die Dächer der Nachbarhäuser aus dem Wasser ragen zu sehen. Allerdings bei weitem noch nicht so surreal wie die Bootsfahrt durch eine Landschaft, die wir normalerweise vom Bus aus kannten – Carola und Jenny verglichen die Sicht als Försterinnen unmittelbar mit der von einer Aussichtsplattform über das Kronendach eines Waldes aus, alles erschien irgendwie so seltsam niedrig, einschließlich der Hochspannungsleitungen, unter denen wir hindurchnavigiert wurden und die wir fast hätten berühren können. Übrigens war es faszinierend zu beobachten, wie die Warteschlange sich irgendwie bald wie eine große „Familie“ angefühlt und auch verhalten hatte, und auch wiederum wirklich toll, wie sich alle gegenseitig halfen und wie verantwortungsvoll und gut organisiert die Unterstützung der „Protección Civil“ und der örtlichen „Bomberos“ (Feuerwehrmänner) war, die ihre Rolle als „Retter in der Not“ sichtlich genossen. ;) Nach der erstaunlich langen Bootsfahrt gelangten wir an die Stelle, an der die Panamerikana erstmals wieder sichtbar wurde, direkt neben einem halbertrunkenen Friedhof, und aus einem Boot zu steigen und plötzlich Asphalt unter den Füßen zu spüren ist ebenfalls wirklich eine eigenartige Sache. Dort warteten große Busse, die uns zu der Stelle brachten, ab der wieder die „gewöhnlichen“ Minibusse in die Stadt fuhren. Als wir endlich in das Gästehaus gelangt waren, wo uns ein kürzlich aus Deutschland angereister Freund von Carola erwartete, erfuhren wir zu unserer (und für ihn vermutlich seltsam überdurchschnittlichen ;) ) Begeisterung, dass es sogar wieder fließendes Wasser gab, denn auch die Stadt hat natürlich unter den Umständen gelitten, eine Zeit lang musste sogar der Kanal gesperrt werden und natürlich sind auch die für ihn „zuständigen“ Stauseen betroffen.

Insgesamt ist also alles glimpflich abgelaufen und wir waren natürlich nie in unmittelbarer Gefahr, aber darauf konnte ich ehrlich gesagt auch verzichten und ich hoffe sehr, dass sich die Lage möglichst bald auch für all diejenigen bessern wird, die keinen besseren „Zufluchtsort“ wie wir haben. Die große gegenseitige Hilfsbereitschaft sowie die humorvolle Sicht der für viele doch recht extremen Umstände werden mir im Gedächtnis bleiben ebenso wie viele Gedanken, die durch all das, was ich gesehen und erlebt habe, in meinem Kopf in Gang gesetzt wurden und die ich teilweise noch gar nicht richtig in Worte fassen kann. Wichtig war für mich auch festzustellen, dass zusätzlich zu den äußeren Geschehnissen, die ganz offensichtlich zu solchen Gedanken und neuen Sichtweisen führen müssen, ganz andere, scheinbar „kleine“ oder nur ganz eng auf mich persönlich begrenzte Dinge zu großen „Umwälzungen“ in meinem Kopf und meiner Seele geführt haben. Und ich habe wirklich das ganz große Bedürfnis den Menschen zu danken, die mir in der letzten Zeit beigestanden haben, und ohne die ich das emotional niemals bewältigt hätte, ganz besonders Kathi, Moni und Manan will ich hier nochmal meinen ganz großen Dank aussprechen, ich habe wirklich ein Riesenglück euch an meiner Seite zu wissen, danke danke danke!!! Und danke auch noch mal an Reini für seine zahntechnische Beratung und die besten Mini-Taschenlampen der Welt, ohne die ich so manches Mal im Dunkeln getappt wäre! :)

So, und nun endlich zu meiner „freiwilligen“ Abenteuerreise! Was meinen „Kolumbienabstecher“ – so kurz er vergleichsweise war – emotional so intensiv für mich gemacht hat, war unter anderen sicher die Tatsache, dass ich beschlossen hatte mich auf gewisse Abenteuer einzulassen und an Orte zu gehen, von denen ich keine Ahnung hatte, was mich erwarten würde. Und so schwer es manchmal war, so dankbar bin ich sowohl für die schwierigen Erlebnisse, denn sie haben mich einiges, was ich bereits irgendwie wusste, klarer und mit neuen Augen sehen lassen als auch natürlich für die zahlreichen positiven Erfahrungen, wie immer insbesondere die der zwischenmenschlichen Art.

Um aber das Zeitrad sogar noch ein Stück zurückzudrehen – denn ich möchte allem und allen gerecht werden -  begeben wir uns etwa eine Woche vor meiner Abreise nach Panama Stadt, wohin ich frühzeitig zurückgekehrt war, um die Reise vorzubereiten (Geld wechseln etc.). Dort hatte ich Gelegenheit, nochmal neue Couchsurfing-Mitglieder zu treffen, diesmal aus Costa Rica und nochmals den USA, mit denen ich eine kleine Wanderung ins "Gamboa Rainforest Resort" unternahm, mir "Casco Viejo" bei Tageslicht ansah und abends in der Innenstadt etwas trinken ging, wobei ich mich über das in einem Plastikkrug servierte Bier amüsierte, der in die Tischmitte gestellt wurde, damit sich jeder etwas in sein Glas einschenken konnte, und erklärte, dass in meiner Heimat jede einzelne Person einen solchen Krug bekäme. ;) Mit einem der Couchsurfer habe ich ausserdem den "Cerro Ancon" (cerro = Huegel) erklommen, von dem aus wir eine tolle Aussicht auf die Stadt hatten. Ausserdem ist in dieser Zeit auch Jenny angekommen (die Freisinger unter euch wissen, wen ich meine), die für ihre Forst-Bachelorarbeit Umfragen bei Farmern macht und bis Februar hier bleibt, und mit der ich auch endlich die "alte Altstadt" Panamas angesehen habe. Zusammen mit Claudia, die in Deutschland für Forest Finance arbeitet und sich für einige Wochen hier die Projekte vor Ort ansah, wunderten wir uns über das panamaische Fernsehprogramm - zum Beispiel wurde aus irgendeinem Grund jeden Abend erneut der dritte Harry Potter - Film gezeigt. :? Immerhin stellten wir fest, dass Spanisch zu Sirius sehr viel besser passt als zu Hagrid. ;) Ach ja, und zum Thema Vorweihnachtszeit - mit Jenny bin ich mitten im November über einen Weihnachtschor in der grossen Shopping Mall gestolpert - und als ob das nicht schon surreal genug gewesen wäre, bestand dieser auch noch aus einer Mischung von amerikanischen Weihnachtsmann- bzw. -fraukostümträgern, schwarzen Gospelsängerinnen, Latinos und sogar Angehörigen des Kuna-Stammes, eine von denen besonders begeistert "Hallelujah" sang. ;) Ehrlich gesagt fand diese Vereinigung verschiedenster Kulturen so rührend, dass mir die Tränen kamen.

Einen Tag vor der Abfahrt des Bootes nach Kolumbien machte ich mich ein zweites Mal zu dem Hostel in Portobelo auf, wo ich damals von dem Trip erfahren hatte und wo ich diesmal auch schon den Grossteil meiner "Crew" kennenlernte. Nachdem ich nun schon so einige abenteuerliche Geschichten gehört hatte, war mir doch etwas mulmig geworden, doch als ich erfuhr, dass einer der beiden Kapitäne, die den Trip leiteten, Neuseeländer ist, war ich beruhigt - die Kiwis haben's schliesslich drauf, wenn's um Abenteuer geht. :) Der andere Kapitän war Kanadier und, wie ich erfuhr, auch der tatsächliche Besitzer des Hostels (und nicht etwa "Captain Jack" ;) ).

Der im Vergleich zu anderen Seewegs-Reisen nach Kolumbien günstige Preis des Ganzen war unter anderem dadurch möglich, dass wir zwei Nächte auf Inseln des San Blas - Archipelagos verbrachten, das zugleich die Heimat der noch traditionell lebenden Kuna-Indianer ist, sodass wir nicht mehr als Sitzplätze auf dem Boot benötigten. Trotzdem war ich erstaunt, wieviel Zeug in und auf dem mir winzig erscheinenden Motorboot untergebracht werden konnte - abgesehen von den 19 Personen deren gesamtes Gepäck sowie Verpflegung, Zelte und alle möglichen Utensilien. Nur fünf von uns waren Frauen und besonders spannend fand ich die Tatsache, dass fast kein Land zweimal repräsentiert war - die Teilnehmer stammten aus Belgien, den Niederlanden, der Schweiz, Frankreich, den USA, Tasmanien, Norwegen, Schottland, Wales, Chile und ich war die einzige Deutsche. Diese Situation führte mitunter dazu, dass wir einander nicht mit Namen, sondern Nationalitäten ansprachen ("Hey, where is Norway?"). :)

Hier mal eben eine Karte, in der ich die wichtigsten Stops markiert habe um euch eine bessere Vorstellung zu geben:



Am nächsten Morgen brachen wir also mit dem Bus in das noch etwas östliche gelegenere Miramar auf, wo wir das Boot beluden und die Reise mit beeindruckender Geschwindigkeit begonnen. Nach nur etwa einer Stunde Fahrt jedoch wurde es plötzlich still – offenbar war Luft in das Benzin eines der Motoren gelangt. Wir verbrachten bestimmt mindestens zwei Stunden auf den Wellen der offenen See, während unsere Kapitäne versuchten den Motor wieder in Gang zu bekommen, und ich rettete meine Sitznachbarin mit meiner homöopathischen Notfallausrüstung vor Seekrankheit. :) Irgendwann fuhren wir dann zumindest mit dem anderen Motor weiter und die Kapitäne und ihr kolumbianischer Hilfsmann werkelten währenddessen an der Reparatur weiter, die ihnen schlussendlich Gott sei Dank gelang! Wir gelangten nach El Porvenir, der „Hauptstadt“ Kuna Yalas (der offizielle Name des von den Kuna bewohnten Gebietes), die aus einem kleinen Flugplatz, Hotel und wenigen weiteren Gebäuden auf einer Insel besteht. Dort erhielten wir auch unsere Austrittsstempel aus Panama und konnten das letzte Mal etwas „Richtiges“ zu essen bestellen.

Durch den Motor-Zwischenfall gelangten wir später als geplant auf die Insel, auf der wir übernachten würden, und mussten deshalb sehr schnell unsere Zelte aufbauen. Ich teilte mir meines mit Melinda aus Tasmanien, die zum Glück schon mehr Camping-Erfahrung als ich hatte und mich entsprechend einweisen konnte. Da einige von den Luftmatratzen undicht waren, aber in der Dunkelheit nicht mehr geflickt werden konnten, hatte so mancher eine recht unbequeme Nacht vor sich (ich selbst hatte Glück mit meiner Matratze). Melinda machte ihrer Nationalität übrigens alle Ehre, indem sie eine riesige Flasche Rum auf die Reise mitgenommen hatte und ich mich nur wundern konnte, wie nüchtern sie selbst nach dessen großzügigen Konsums noch war. Am nächsten Tag hatten wir erst richtig Gelegenheit die Insel namens „Nalunega“ kennenzulernen. Sie war sehr dicht von Kunas besiedelt und wir hatten gerade so Platz für unsere Zelte auf einem kleinen Strandstück gefunden.  Der Häuptling erzählte uns, dass die Insel von seinem Vater gegründet worden war, indem er fünf Jahre lang Steine an dieselbe Stelle im Meer transportiert hatte, bis sich dort immer mehr Sand angelagert hatte – schon irgendwie beeindruckend! Die nächste Station unseres Trips war eine unbewohnte Insel, auf der wir diesmal mehr Zeit hatten und auch schon unsere Zelte für die nächste Nacht wieder aufbauten. Allerdings begegneten wir auch hier Kunas, da sich diese darin abwechseln, auf den unbewohnten Inseln die Kokosnüsse zu „bewachen“ und an Besucher, die sie vom Festland her zu den Inseln bringen, für je einen halben Dollar von den Palmen holen und öffnen. Dort hatte ich auch Gelegenheit das erste Mal in meinem Leben zu schnorkeln, und war wirklich beeindruckt! Zunächst einmal war ich erstaunt gewesen, wie lange es doch dauerte zu der Stelle hinauszuschwimmen, an der die Wellen sichtbar an die Riffe brandeten, doch als ich dorthin gelangt war, konnte ich meinen Augen wirklich kaum trauen und musste mich beherrschen den Mund nicht zu öffnen, als ich „wow“ dachte! Es sah aus wie im Fernsehen oder Kino, nur dass alles echt war – die Riffe, die Rochen, die riesigen und winzigen in verschiedensten Farben schillernden Fische und die Seesterne! Auch mitten in der offenen See stehen zu können war wirklich surreal! Zum Glück bin ich keinem Hai begegnet, von deren dortiger Existenz ich erst danach erfahren habe, und auch wenn sie dort ungefährlich sind, weil sie ja genug Nahrung finden, wäre ich vermutlich ziemlich erschrocken! Am Abend gab es dann an einer Feuerstelle in einem riesigen Topf gekochte Nudeln mit Tomaten-Gemüsesoße (für mich ohne Fleisch) und am nächsten Tag ging es weiter zu unserem (ersten)  Ziel in Kolumbien. Es war schon irgendwie cool wie Adam, unser neuseeländischer Captain, der die meiste Zeit entweder hinten bei der „Fahrerkabine“ oder vorne auf dem Boot stand und Aussicht hielt, „hey guys“ rief und, als wir uns alle zu ihm umgedreht hatten, auf die in der Ferne sichtbar werdende Bucht zeigte und gegen den Motoren- und Gischtlärm „Columbiaaaaa!“ anschrie. :) Zwischendurch hatten wir übrigens nochmal eine bewohnte Kunainsel sozusagen als „Tankstelle“ anfahren müssen, weil uns das Benzin ausgegangen war. Insgesamt hatten wir aber wirklich Riesenglück mit allem, einschließlich dem Wetter!

In Sapzurro jedoch, dem ersten Ort in besagter Bucht, hielt dieses Glück nicht länger vor und kurze Zeit nachdem wir unsere Zelte auf der Wiese des dortigen Hostels aufgebaut hatten, waren die meisten davon überflutet. Kein Problem jedoch für den hilfsbereiten Hostel-Besitzer, der sich sogleich einige Mitarbeiter schnappte und schnurstracks eine Menge „hamacas“ (Hängematten) in der dortigen „maloca“ (kolumbianische überdachte Konstruktion für diesen Zweck) aufhängte, sogar mit dafür perfekt zugeschnittenen Moskitonetzen. Zum Glück hatte ich bereits gelesen, wie man in einer Hängematte bequem und rückenschonend schlafen kann (möglichst quer liegend) und verbrachte somit eine friedliche Nacht.

Am nächsten Morgen machte sich ein Teil von uns mit einem lokalen Boot nach Capurganá auf, was eine Bucht weiter liegt und einen ganz eigenen Charme besitzt. Es ist hauptsächlich von Afro-Lateinamerikanern besiedelt und hat sowohl ein recht lebhaftes „Dorfleben“ (sogar inklusive Fußballfeld mit zahlreichen Zuschauern) als auch viele auf Besucher ausgerichtete Restaurants und Unterkünfte, da sowohl viele Kolumbianer dort zur Erholung hinkommen als auch Backpacker, die wie wir den Seeweg nach Kolumbien wählen, nicht daran vorbeikommen, da sich dort das Amt befindet, in dem man den obligatorischen Stempel in den Reisepass erhält. Haupttransportmittel sind Pferdekutschen und es gibt etwas ausserhalb eine kleine Flugzeuglandebahn, ansonsten ist der Ort nur mit dem Boot erreichbar. Beim „Strandspaziergang“ (die Küste ist vorwiegend felsig) begegnet man vielen der typischen Weltenbummler(innen) vorwiegend aus anderen südamerikanischen Ländern, die sich ihr Reisebudget durch den Verkauf selbstgewebter Freundschaftsbänder und selbstgemachten Schmucks verdienen. Hier stieß ich zu meiner großen Begeisterung auch gleich auf mehre neue Früchte, und das auch noch in in meiner geliebten kühlen trinkbaren Form! Ich schwelgte in Batidos de Zapote (schmeckt ein bisschen schokoladig), de Borojo (hat angeblich eine aphrodisierende Wirkung ;) ), de Guanábano (sieht aufgrund der weißen Farbe aus wie ein Milchshake) und probierte ausserdem Carambolas (Sternfrüchte)! Nachdem wir endlich alle unsere Stempel im seeehr relaxten „Amt“ erhalten hatten (natürlich war niemand da gewesen, als wir gekommen waren und wir hatten Stunden warten müssen, die wir aber ja zum Glück mit Spazierengehen und mehreren Batidos zubringen konnten), gingen wir verschiedener Wege, ich begleitete unseren „Franzosen“ zum „Mariposario“ (Schmetterlings-Vivarium) und auf einer Wanderung durch die umliegenden Wälder, auf der wir auf Hin- und Rückweg je 10 Flüsse durchquerten! Abends hatten wir Gelegenheit an einem Lagerfeuer an der Küste teilzunehmen, das von einem Israeli und vielen der erwähnten Schmuckverkäuferinnen veranstaltet wurde und eine sehr zigeunerhafte und magische Atmosphäre hatte, die ich sicher nie vergessen werde.

Trotz der Idylle hätte ich nicht länger dort bleiben wollen, ich glaube mich hat vor allem wieder die Abgeschnittenheit gestört. Tags drauf ging es aber ja auch schon weiter mit einem neuerlichen Boot nach Turbo, was der erste Ort ist, von dem aus man Busverbindungen ins Innenland hat, die man auch möglichst schnell nutzen möchte, da die Stadt nicht nur nicht sonderlich hübsch ist, sondern als Schmuggelmetropole auch eine sehr hohe Kriminalitätsrate hat. Diejenigen, die wie ich nach Medellín wollten, erfuhren, dass die direkte Straße dorthin aufgrund von Erdrutschen gesperrt worden war (auch Kolumbien blieb nicht vom Regen verschont!) und wir mussten erst einmal ins nördlich gelegene Monteria ausweichen. Dort gerieten wir in eine ganz eigenartige Situation, und wenn unser Gruppenmitglied aus Oregon, der mit seiner Freundin in deren Heimat Chile unterwegs war, nicht irgendwann gesagt hätte, dies sei die bislang langwierigste Entscheidungsfindung bezüglich des Transportes auf ihrer gesamten Reise gewesen, hätte ich vielleicht gedacht, dass nur ich einen ähnlichen Eindruck hatte. Es war wirklich eine nervenzehrende Angelegenheit! Wir verbrachten Stunden im Busterminal und erhielten zahlreiche verschiedene Angebote unterschiedlicher Busunternehmen und Anbieter von Sammeltaxis und konnten so gar nicht abschätzen, welche Methode sowohl die schnellste als auch die sicherste wäre. Schließlich nahmen wir einen der letzten direkten Busse nach Medellín, und obwohl ich nie an die „fünf Stunden“ geglaubt hatte, die die Fahrt angeblich dauern würde, hätte ich nie und nimmer mit sage und schreibe 17,5 Stunden gerechnet!! Einmal war ich nachts aufgewacht und hatte festgestellt, dass das Wetter draussen tobte und der Bus sich im absoluten Schneckentempo voranbewegte, und ein Taubstummer neben mir, der einen besseren Blick nach draussen hatte, deutete mir mit der Hand an, dass der Bus sich durch kniehohes Wasser kämpfte! Der Weg führt durch die von Bergketten der Anden geprägte Provinz Antioquia (Medellín ist deren Hauptstadt), und der einzige Vorteil der Langwierigkeit der Reise war die Tatsache, dass ich somit noch bei Tageslicht etwas von dieser wunderschönen Landschaft sah.

Nun ja, irgendwann waren wir also in Medellín angekommen und hier trennten sich auch endgültig die Wege der geschrumpften „Restgruppe“ unseres Bootabenteuers. Noch ehe ich irgend etwas von der Stadt gesehen hatte, mochte ich sofort deren Atmosphäre. Ziemlich erschöpft und sehnsüchtig, endlich einmal ein paar Tage am Stück an einem – wenn möglich sogar gemütlichen – Ort zu vebringen, kontaktierte ich meinen Couchsurfing-Host Julián, den ich von Panama aus angeschrieben hatte und der mir seine Gastfreundschaft zugesagt hatte, wobei ich seine erste Couchsurferin war. Da er selbst gerade in der Uni beschäftigt war, beauftragte er seine Freundin (Danna) damit mich abzuholen, die mich auf dem Handy anrief und mir genau erklärte, wo sie mich treffen würde, nämlich an der für mich nächstgelegenen Metro-Station. Oh, Medellín hat eine Metro? Da fühlte ich mich gleich noch ein Stückchen wohler! :) Als ich Danna traf, wurde mir sofort warm ums Herz – sie hat eine wunderbare, ruhige und freundliche Ausstrahlung und war sehr höflich und hilfsbereit. Sie erklärte mir, dass ich die erste Nacht bei ihrer Familie verbringen könnte, zu der wir gemeinsam fuhren und wo ich meinen Schlafplatz auf einer Ausziehcouch in einem eigenen Zimmer zugewiesen bekam – und gleich dazu einen von Danna selbstgemachten Ananas-Batido und kurz darauf einen Obstsalat, der mich mit weiteren neuen Früchten wie Lulos (verwandt mit der Tomate) und Granadillas (wie Maracujas, nur viel süsser) vertraut machte und ausserdem die Erkenntnis zuließ, dass ich es endlich geschafft hatte ein Land in dessen Mangosaison zu betreten!!!  Ihr könnt euch also ungefähr vorstellen, in welchen Sphären ich geschwelgt bin! :) Als ich dann auch noch geduscht hatte, lernte ich den Rest der Familie kennen, ihren Bruder, ihre sehr aufgeschlossenen und intelligenten Eltern und nicht zu vergessen ihren Hund. :) Auch meinem sehr dringenden Bedürfnis endlich meinen Kleiderberg zu waschen konnte ich hier nachkommen. Und mit alledem hörte mein Glück nicht auf, denn schon bald kam Julián (der mich in der Zwischenzeit mehrmals angerufen und mich nach meinem Wohlergehen gefragt hatte) und ich erfuhr, dass er nicht nur wie Danna Englisch und Französisch studiert – allerdings im Gegensatz zu ihr, die auf Lehramt studiert, mit dem Berufsziel des Übersetzers - sondern auch Deutsch im Nebenfach und davon völlig begeistert ist, was er sich selbst nicht recht erklären kann. :) (Er vermutet, dass es mit deutschen Vorfahren auf einer Elternseite zusammenhängt.) Aufgrund der geteilten Sprachbegeisterung hatte ich auch gleich Gelegenheit ordentlich mein Spanisch zu üben, wobei Julián mich immer geduldig verbesserte und teilweise ganze Sätze erriet, wenn ich nur ein oder zwei Worte sagte – hach, was für eine Erholung nach all den Kämpfen mit nuschelnden Panameños! ;) Einmal musste ich sogar ein deutsches Kinderbuch vorlesen, das er in der Unibibliothek ausgeliehen hatte, nur weil ihm der Klang der Sprache so gut gefällt. :)

Am nächsten Morgen lernte ich ein typisch kolumbianisches Frühstück mit Arepas (runden Maisfladen), mit Bocadillo (Guavenpaste) gefülltem Gebäck und frisch gepresstem Orangensaft sowie heißer Schokolade kennen, ausserdem bereitete mir Danna – die meine Obstliebe übrigens teilt - nochmal Obstsalat mit Haferflocken und sogar Sojamilch zu. Da sowohl sie als auch Julián wieder an der Uni zu tun hatten, erkundete ich ein wenig auf eigene Faust die Stadt. Sie liegt in einem Tal und klettert die umliegenden Hügel hoch, weswegen eines ihrer Wahrzeichen die „Metrocables“ sind, drei Seilbahnlinien, die nicht etwa Touristen dienen, sondern ganz normal zur Metro dazugehören und für die man auch nicht extra zahlen muss. Obwohl die Kriminalitätsrate der Stadt in den letzten Jahren enorm gesunken ist (das „Medellín-Kartell“ mag manchen ein Begriff sein), muss man immer noch vorsichtig sein und ich hielt mich an Juliáns Empfehlung, mich nicht zu weit von der Metro zu entfernen, in deren Nähe es aber bereits genug hübsche Plätze gab, die mich fast ein wenig an Italien erinnert haben und an denen ich mich mit den an jeder Ecke verkauften Bechern mit geschnittener Ananas, Papaya oder Mango versorgte. Nachmittags zog ich von Danna zu Julián um, der in der Nähe der Uni mit anderen Studenten zusammenwohnt, unter sehr viel einfacheren Verhältnissen als deutsche Studenten es gewohnt sind, aber allesamt ganz besonders warmherzige Menschen. Er selbst teilt sich ein Zimmer mit Ainan, der zu einem der über 80 Stämme Kolumbiens gehört und mir dafür typische Kleidungsstücke zeigte und auch ein guter Panflötenspieler ist (das ist gar nicht so einfach wie es aussieht, ich habe kaum auch nur irgendeinen Ton herausgebracht!). Julián selbst ist stolzer Besitzer einer Gitarre, einer Bandola und einer Charango und als er zufällig „Greensleves“ anspielte und ich ihm deshalb begeistert eben dasselbe Lied auf meinem MP3-Player anspielte, meinte er „oh, ich liebe Blackmore’s Night“ und ich wäre fast vom Stuhl gefallen! :) Meine Ungläubigkeit angesichts so vieler Zufälle vergrößerte sich, als ich erfuhr, dass er ein großer Fan zahlreicher vornehmlich deutscher Gothic- und Mittelalterbands ist und selbst in einer Band namens "Mithril" (LOTR-Fans aufgepasst :) ) mit Gleichgesinnten spielt, von denen er mir Fotos zeigte (zwei von ihnen stylen sich wie Omnia :)) und natürlich Lieder vorspielte, von denen ich restlos begeistert war.

Am nächsten Tag zeigte er mir den Botanischen Garten und wir machten wir einen Ausflug mit einer der Metrocable-Strecken (mit dreimal Umsteigen) in das in über 2000 Metern Höhe gelegene Naturreservat „Parque Arví“, wo wir nach einer Wanderung das leckerste Picknick meines Lebens an einem fast schon schwedisch anmutenden See hatten. Obwohl ich noch ewig in Medellín hätte bleiben können, veranlasste meine Neugierde mich dennoch dazu mich abends nach Bogotá aufzumachen (diesmal dauerte die Busfahrt zum Glück reguläre neun Stunden). Obwohl ich auch dort wieder unglaublich viel in kurzer Zeit sah und erlebte und sehr interessanten Menschen begegnete, ist mir vor allem meine Überforderung mit dem komplizierten Bussystem und den riesigen Ausmaßen der Stadt in Erinnerung geblieben – vermutlich hätte ich etwas mehr Zeit gebraucht als nur zwei Tage, aber den Entschluss meinen Aufenthalt nochmals zu verlängern fasste erst, als ich wieder nach Medellín zurückgekehrt war. Ich wohnte bei einem Couchsurfing-Gastgeber, dessen Frau und zwei Kindern in einer kleinen und über und über mit Weihnachtsdekoration überladenen Wohnung in einem riesigen durch Stacheldraht eingegrenzten und bewachten Wohngebiet in einem südwestlichen Teil der Stadt, der mich etwas an Lerchenfeld erinnerte, nur in weitaus größeren Dimensionen. Obwohl der Vater wohl Schwierigkeiten hatte dem Rest der Familie das Couchsurfing-Prinzip plausibel zu machen, behandelten mich alle sehr nett und die 14-jährige Tochter teilte sogar ihr Bett mit mir. In der Innenstadt besuchte ich das „Museo del Oro“ mit seinen präkolumbianischen Goldschätzen, die Altstadt oder „La Candelaria“, die „Plaza de Bolívar“ zwischen Justizpalast und Hauptkathedrale und den Kunsthandwerkmarkt, auf dem ich mir angesichts der Temperaturen (Bogota liegt über 2600 m hoch) auch gleich eine  warme Ruana erhandelte. Einmal, als ich mich abends komplett verirrt hatte, wurde mir Natalia als rettender Engel geschickt, mit der ich ebenfalls auf Couchsurfing ausgemacht hatte uns zu treffen und dir mir zu meiner unendlichen Dankbarkeit dabei half wieder nach Hause zu finden. Es ist überhaupt ganz unglaublich, wie vielen hilfsbereiten Menschen man auf Reisen begegenet, und auch in Medellín wurde ich öfter (sowohl von Leuten, die ich kannte als auch Wildfremden) gebeten auf mich aufzupassen als dass mir jemand etwas angetan hätte. Zurück in Medellín verbrachte ich noch einige Tage in einem der Bergdörfer mit einer weiteren Couchsurfing-Gastgeberin, wo ich die erste Nacht trotz zahlreicher Wolldecken halb erfroren wäre, aber zum Glück am nächsten Tag darauf aufmerksam gemacht wurde, dass ich mich auf statt in den Schlafsack gelegt hatte, weil ich diesen nicht als solchen erkannt hatte. :) Yolima, die in einem mit Sammelstücken sämtlicher verschiedener Kulturen angefüllten Häuschen etwa 20 Minuten Spaziergang vom Dorfzentrum entfernt wohnt, ist eine ganz besondere Frau mit einem Frohsinn, einer Lebensweisheit und einer Menschenkenntnis, wie man sie selten erlebt. Sie arbeitet für die Universität in verschiedenen sozialpädagogischen Projekten in der ganzen Provinz mit (ehemals) in Kriminalität und Guerilla verwickelten Menschen, die oftmals ihre Existenzen verloren haben. Sie ist eine wunderbare Köchin und ich hätte mich an ihren selbstgemachten Arepas mit Avocadocreme totessen können (hab ich auch, am letzten Tag war mir dann schlecht ;) )! Ausser mir waren hintereinander jeweils zwei Tage noch andere Couchsurfing-Gäste da, zufällig beides Inder, wobei letzterer in den USA aufgewachsen ist. Meine allerletzten Tage verbrachte ich nochmal mit Danna und Julián, die es sogar schafften mir eine Genehmigung zum Betreten des Unigeländes zu organisieren, da dieses seit gewalttätigen Auseinandersetzungen vor einiger Zeit streng überwacht wird. Nach Panamá zurückgekehrt bin ich dann mit zwei lokalen Flügen (da dies zum einen billiger als ein Direktflug war und ich auch hoffte somit die Impfpasskontrolle zu umgehen, was funktioniert hat) und dazwischen einer weiteren Nacht in Capurganá und einer sehr sturm- und regenreichen Bootsfahrt über die Grenze (ich habe noch nie so hohe Wellen erlebt und war glaube ich auch noch nie in meinem Leben so nass) nach Puerto Obaldia, wo meine Reisebegleiter und ich uns durch überflutete Strassen von Gepäckkontrolle zwecks Drogenschmuggel zu Passkontrolle und schließlich der Startbahn kämpften, wo wir lange Zeit gar nicht sicher waren, ob bei dem Wetter überhaupt ein Flugzeug kommen würde und, nachdem nur eine halben Stunde später als erwartet tatsächlich eines gekommen war, wir nochmal auf ein zweites warten mussten, da in ersterem nicht genug Platz für uns alle gewesen war. Wir waren wirklich heilfroh, als wir endlich in Panamá angekommen waren, auch wenn uns dort noch einmal stundenlanges Warten und individuelle Verhöre erwarteten, da man Einreisenden aus Kolumbien gegenüber besonders misstrauisch ist...

Ja, das war also (gaaanz knapp zusammengefasst ;) ) meine Kolumbienreise, und wie ihr wisst, war dies noch nicht das Ende des Abenteuers... Ich würde sagen, eine Sache, die ich sowohl aus dieser ersten, freiwilligen als auch der zweiten unvorhersehbaren Reise gelernt habe ist die Tatsache, dass nicht nur alles anders kommen kann als man erwartet, sondern vieles auch völlig anders ist, als man es sich vorstellt, sowohl im eigenen als auch im Leben anderer. Dazu ein Zitat aus einer meiner ‚Bibeln‘ „Directing the Power of Conscious Feelings“: "First sight is seeing what is as it is rather than seeing what you expect or hope to see.”

Ich wünsche viel Spaß mit den Bildern – und zur Sicherheit auch schon mal wunderschöne Feiertage (hier hat man so gar kein Zeitgefühl dafür)! :)

Eure Johanna

Anstehen für die Evakuierungsboote
Cueing for the evacuation boats

Endlich im Boot! Die Überfahrt ist uns sicher...
Finally onboard! The escape is for sure now...

Fahrt durch die Überflutungen
The passage of the flooded area

Ab hier guckt die Panamericana wieder aus dem Wasser raus
This is where the Panamericana became visible again

Ab hier Kolumbien
From here on Columbia:

Die Kunainsel Nalunega, unser erster Übernachtungsort
The Kuna island Nalunega where we spent our first night

Zweite Übernachtungsinsel
The uninhabited island

Klein aber unverzichtbar - der "Darien Gapster"
Small but essential - the "Darien Gapster"

Meine Hintermänner hab ich erst beim Fotoangucken bemerkt ;)
I didn't notice these guys before I looked at the picture!

Meine "Schlafstelle" in Sapzurro
My place to sleep in Sapzurro
Capurganá

Die Black Pearl? ;)
The Black Pearl? ;)

Für sowas sind viele meiner Pesos draufgegangen ;)
This is what lots of my pesos went on ;)

Guanábanos, que riiico!

Mit Julián, Danna und ihren Eltern
With Julián, Danna and her parents

Metrocable in Medellín

Im Naturreservat Parque Arví
In the nature reserve Parque Arví

Weihnachtlich-venezianische Plaza de Bolívar in Bogotá
Christmassy-Venetian Plaza de Bolívar in Bogotá

Meine "Couch"  bei Yolima
My "couch" at Yolima's

Knusprig-frische Arepas
Crispy fresh Arepas

Blick von Yolimas Haus
View from Yolima's house

Karan, Yolima und ich
Karan, Yolima and me

Letzter Blick auf Kolumbien
Final view of Columbia :,)





Dear friends,

now I finally get round to writing this long overdue entry. When in Colombia, I would have never thought that what I had experienced there would be surpassable, and furthermore I had of course been counting on my calm village idyll when returning to Panama, but now I’d say that what I experienced here in Panama has even exceeded that, especially emotionally.

By now I am back in the city unexpectedly - since as I had written, only a few days after I had returned to "our" village Tortí, we experienced the effects of intense rainfalls, which were replacing the dry season that should have started long ago and caused unprecedented amounts of water to fall on the country, and especially the east of the country was (is) affected most. The reservoir lake which I had traveled by boat three months ago had to be opened, many flooded villages had to be evacuated and the likewise flooded Panamericana had to be blocked. 300 of the refugees were accommodated in the school of our village and Jenny (my new “flatmate”) and I witnessed how the entire village and its neighbourhood helped together to provide them with the essentials. We ourselves participated in the "collective shopping" and Jenny also helped a few days in the "canteen" which I couldn’t take part in, unfortunately, since I was struggling with a flu infection and a subsequent tooth pain (now I know that it had to do with my wisdom teeth - perfect timing;)) ... She told me about the surprisingly good mood amongst people who had lost everything at one go. However, we were aware that this cheerfulness could change quickly if the supplies would start to run low, and we were also worried about ourselves because we were slowly running out of petrol (there are no ATMs) and in contrast to the subsistence farmers, we did not have anything apart from the test fields which had already been harvested. Apart from that, it became increasingly clear that my tooth problem seemed to be a major issue and even if I allowed myself to be persuaded by Carola to take a painkiller for the first time in my life, this was obviously not a permanent solution. When we heard on Tuesday that now also villages to the west of us had been flooded additionally to those east of us and that another 600 refugees were to be expected, we decided to pack our bags and to somehow find a way out of out the enclosed water area and get into the city. I must say, it really was an unpleasant feeling for me to be trapped like this... We had heard that there were refugee boats over the flooded area on which only one bag per person was allowed, so we had to leave behind a lot. I really have to express my huge gratitude to both Jenny and Carola who looked after me so kindly when I was feeling so bad and organized our escape truly responsibly and courageously! On Tuesday morning they talked to the mayor of our village who advised them to take me to the "health center", not because I could get help there, but because we might find a possibility of transport to the place from where the boats departed, and in fact we were lucky and could - after a long wait – go with a car that took a heavily pregnant woman to a helicopter that would collect her near the boats. Thank God we came just in time to be the last ones in the long queue that were placed on the list of those who would still be crossed over on that day. It was kind of surreal to stand at this completely muddy "bank" (and after a short time we and our luggage were just as muddy) next to a few "ordinary" houses and a few meters further only the roofs of neighboring houses which protruded from the water could be seen. However, it wasn’t quite as surreal as the boat ride through a landscape that we normally knew from looking out of a bus window – as foresters Carola and Jenny spontaneously compared it to the view from a platform above the canopy of a forest, it all seemed strangely low, including the power lines under which the boat was being navigated through and which we could have almost touched. Incidentally, it was fascinating to experience how the queue had soon started to feel and behave like a large "family", and it was really great how everyone helped each other and how responsibly and well organized the „Protección Civil“ and the local "bomberos” (firemen) supported us, not without clearly enjoying their roles as “knights in shining armor". ;) After the surprisingly long boat ride we got to the point where the Pan American Highway was first visible again, right next to a halfway drowned cemetery, and suddenly feeling asphalt under one’s feet when getting off a boat is also a really strange thing. There were large buses were waiting for us which took us to the place where the "usual" mini buses departed from and took us into the city. When we had finally arrived at the guesthouse where we had been expected by a friend of Carola’s who had recently come from Germany, we learnt to our (and to him probably strangely exaggerated ;)) enthusiasm that we were even having running water, because the city had suffered from the circumstances as well, they had even had to lock the canal for a time and of course its reservoirs had been affected too.

So all in all, everything worked out well for us and we never were in immediate danger, which, to be honest, I could do without and I hope that the situation will also improve as soon as possible for all those who don’t have somewhere else to go. The great readiness to help and the humorous view of many quite extreme circumstances will remain in my memory as well as many thoughts which have been initiated by all that I have seen and experienced and which I partly still cannot really put into words. It was important for me to realize that, in addition to the external events that must obviously lead to such new ideas and perspectives, it was very different, apparently “small” or very personal  things which have induced a big “upheaval” both in my head and soul. And I really feel the very great need to thank the people who have been supporting me in recent times, and without whom I would have never been able to deal with it all emotionally, especially to Kathi, Moni and Manan I’d like to express my gratitude once more, I’m really lucky to have you by my side, thank you, thank you, thank you! And thanks again to Reini for his dental advice and the best mini-flashlights in the world, without which I would have been groping in the dark so many times! :)

But now finally for my "voluntary" adventure trip! What has made my "side trip" to Columbia – even though it had been comparatively short - so emotionally intense for me, was  certainly (amongst other things) the fact that I had decided to get involved in some adventures and to go to places where I had no idea what to expect. And as hard as it was sometimes, I am both grateful for the difficult experiences, since they helped me to see things clearer and from new perspectives which I had already somehow known before and, of course, for the many positive experiences, as usual especially those of the interpersonal kind.

But to go back in time a bit more - since I want to do justice to everything and everyone - we betake ourselves to Panama City about one week before my trip, where I had returned early to prepare myself for the trip (e.g. by changing money). I also had the opportunity to meet new Couchsurfing members, this time from Costa Rica and another time from the US, with whom I did a short hike to the “Gamboa Rainforest Resort”, visited “Casco Viejo” in daylight and went for a drink in the inner city at night, where I was amused at the beer being served in a big plastic jug which was placed in the middle of the table so that everyone could help themselves, and I explained that in my home country, every single person would receive such a jug. ;) With one of them I also climbed the “Cerro Ancon” (“cerro” = hill) from where we had a great view of the city. Moreover, it was also during this time that Jenny arrived, who is staying here until February to write her forestry bachelor thesis after doing surveys with farmers, and with whom I finally visited the “old old town” of Panama . Together with Claudia, who is working for Forest Finance in Germany and came here for some weeks to see the projects on site, we wondered at the Panamanian television - for example, for some reason they screened the third Harry Potter movie every night. :? At least we found that Spanish suits Sirius far better than Hagrid. :) Oh, and as for Christmas - Jenny and I stumbled upon a Christmas choir at the big shopping mall in the middle in November - and as if that hadn’t been surreal enough, it was a mix of American men and women wearing Santa Claus costumes, black gospel singers, Latinos and even members of the Kuna tribe, one of whom sang "Hallelujah" particularly enthusiastically. :) To be honest, this union of different cultures was so touching to me that I came near to tears.

One day before the departure of the boat to Colombia I set out a second time to the hostel in Portobelo where I had learnt of the trip, and where I now already met the majority of my “crew”. After hearing a few adventurous stories, I had become a bit nervous, but when I heard that one of the two captains who guided the trip was from New Zealand I was very relieved - the Kiwis are the experts of adventures, after all! :) The other captain was from Canada and, as I learnt only then, he also was the actual owner of the hostel (and not “Captain Jack” ;)).

The trip was rather cheap compared to other Colombia trips by sea since we would spend two nights on islands of the San Blas archipelago which is also home to the Kuna Indians who still live traditionally, so we didn’t need more than seats on the boat. Still, I was amazed at how much stuff could be put on and into the apparently tiny motorboat – not only the 19 of us, but also our entire luggage and food, tents and all sorts of utensils. Only five of us were women and the most exciting thing for me was the fact that hardly any country was represented twice - the participants were from Belgium, the Netherlands, Switzerland, France, the US, Tasmania, Norway, Scotland, Wales, Chile, and I was the only German. This situation sometimes resulted in us calling each other by nationalities rather than names ("Hey, where is Norway?"). :)

Here’s a map for you in which I highlighted the most important stops in order to give you a better idea:






 

The next morning we went to Miramar by bus which is a bit further to the east where we loaded the boat and started the journey with an amazing speed. After only about one hour, however, it was suddenly quiet - apparently air had entered the fuel of one of the engines. We spent at least two hours on the waves of the open sea while our captains tried to get the engine going again and I saved the woman sitting next to me from seasickness with my homeopathic emergency equipment. :) At last we carried on with the other engine and the captains and their Colombian assistant continued the repair in which they finally succeeded, thank God! We arrived in El Porvenir, the “capital” of Kuna Yala (the official name of the area inhabited by the Kuna), which consists of a small airport, a hotel and a few other buildings on an island. It was there that we got our exit stamp from Panama and it was also the last opportunity for us order something “proper” to eat.

Because of the engine incident we arrived later than planned on the island where we would stay for the night and had to put up our tents very quickly. I shared mine with my Melinda from Tasmania, who was fortunately having more camping experience than me and was able to instruct me accordingly. As some of the air mattresses were leaking but could not be patched in the darkness, some of us had a rather uncomfortable night (I was lucky with my mattress). Melinda lived up to her nationality, by the way, by having taken a huge bottle of rum on the trip and I could not help but wonder how she remained sober even after its generous consumption. The next day we had the opportunity to get to know the island which was called “Nalunega”. It was densely populated by Kuna and we had only just found room for our tents on a small stretch of beach. The chief told us that the island had been founded by his father who had been transporting stones to the same place in the sea  for five years until more and more sand had been attached to them - rather impressive! The next stop of our trip was an uninhabited island where we had more time and also built up our tents for the next night. However, we met Kuna there as well since they “guard” the uninhabited islands in turns, bringing visitors from the mainland and fetching coconuts from the palms and opening them for half a dollar each. It was there that I had the opportunity to snorkel for the first time in my life, and I was really impressed! In the beginning I was amazed at how long it took me just swim out to the place where the waves visibly surged against the reefs, but once I had got there I could hardly believe my eyes and really had to control myself in order not to open my mouth when I thought “wow!”. It looked like on TV or in movies, only that everything was real - the reefs, the rays, huge and tiny iridescent fish in various colors and starfish! It was also quite surreal to stand in the middle of the open sea! Fortunately, I didn’t meet a shark, of whose existence I only learnt later on, and even if they are not dangerous in these areas because they find enough food, I have would probably been pretty shocked! In the evening we cooked pasta with a tomato-vegetable sauce (for me without meat) in a huge pot on a fireplace and the next day we went on to our (first) goal in Colombia. It was kinda cool when Adam, our Kiwi captain who spent most of the time standing either back by the “driver’s cabin” or up front on the boat overlooking the sea, screamed “hey guys” and, when we all had turned to him, pointed to the bay which was becoming visible in the distance and yelled “Columbiaaaaa!”, trying to drown both the noise of the engine and the spume. :) Before that, we had had to stop by another Kuna island on the way, using it as a “gas station” because we had run out of fuel. All in all though, we had really been lucky with everything including the weather!

In Sapzurro, however, the first location in said bay, this luck didn’t last any longer and shortly after we had set up our tents on the lawn of a hostel, most of them were flooded. Not a problem, however, for the helpful hostel owner who grabbed a few people and hot-foot hung up a lot of “hamacas” (hammocks) in the local “maloca” (a Colombian construction with a roof which is used for this purpose), even with perfectly tailored mosquito nets. Luckily I had already read how to sleep in a hammock without straining the back (on the diagonal) and spent a comfortable night.

The next morning, some of us continued to Capurganá by boat which is situated in another bay and has its very own unique charm. It is mainly inhabited by Afro-Latin Americans and has both a very vibrant “village life” (including a football field with many observers) and many visitor-oriented restaurants and accommodations, as both many Colombians come there to relax and backpackers like us who choose the sea route to Colombia cannot get past it, because the office where to get the obligatory stamp in one’s passport is located there as well. The main means of transport is horse-drawn carriages and there is a small aircraft landing strip a little “out-of-town”, apart from that the place is only accessible by boat. When one walks on the “beach” (the coast is mainly rocky), one encounters many of the typical globetrotters (mainly from other South American countries) who earn their travel budget by selling woven friendship bracelets and handmade jewelry. It was also there that I to my great enthusiasm encountered several new fruits, even in my beloved cool and drinkable form! I indulged myself in batidos de zapote (tastes a bit chocolatey), de borojo (which allegedly has an aphrodisiac effect ;) ), de guanábano (looks like a milkshake because of the white colour) and I also tried carambolas (star fruit)! After we had finally got all our stamps in the very very relaxed “office” (of course no one had been there when we had arrived and we had had to wait for hours, which we could fortunately spend taking walks and drinking several batidos), we went separate ways. I accompanied our “Frenchie” to the “Mariposario” (butterfly vivarium) and on a hike through the surrounding woods on which we crossed 10 rivers on both our way there and back! In the evening we had the opportunity to participate in a camp fire on the coast which was organized by an Israeli and many of the aforementioned jewelry sellers and it was a very gypsy-like and magical atmosphere which I certainly won’t ever forget.

Despite the idyll I would not have wanted to stay there longer, I think I was particularly bothered by the feeling of being cut off again. The following day we continued to Turbo by another boat which is the first place from which there are busses available into the inner country, which you would also want to use as quickly as possible as the city is not only rather ugly, but also a smuggling metropolis with a very high crime rate. Those who wanted to go to Medellín like myself found out that the direct road was blocked due to landslides (Colombia wasn’t spared from the rain either!), so we had to head north to Montería. This was where we got into a very peculiar situation, and if our group member from Oregon, who was travelling with his girlfriend to her home country Chile, had not at some point stated that this was the most time consuming decision-making with regard to transportation on their entire journey, I might have thought that I was the only one who with this impression. It truly was a nerve-wrecking matter! We spent hours in the bus terminal and received many different offers from various bus companies and taxi providers and could not assess which way would be both the fastest and the safest. Finally, we took one of the last direct buses to Medellín, and even though I had never believed in the “five hours” which the ride had been said to take, I would have never expected it to take as much as 17.5 hours! When once woke up during the night, I found that the weather was raging outside and the bus was moving at snail's pace, and a deaf-mute beside me who was having a better view out of the window indicated to me with his hand that the bus was fighting itself through knee-deep water! The path leads through the province of Antioquia (Medellín being the capital) which is dominated by the mountain ranges of the Andes, and the only advantage of the slowness of the trip was the fact that I was able to see part of this beautiful landscape in daylight.

Well, at some point we finally got to Medellín which was also where the ways of the shrunk “residual group” of our boat adventure parted for good. Before having seen anything of the city, I immediately liked its atmosphere. Pretty exhausted and longing to at last spend a few days in a row in a - if possible, even comfortable - place, I contacted my Couchsurfing host Julián, to whom I had written from Panama and who had confirmed me his hospitality, me being his first Couchsurfer. Since he himself was busy at the university at this time, he asked his girlfriend (Danna) to pick me up, who called me on my mobile phone and explained exactly to me where she would meet me, which was close to the nearest Metro station. Oh, Medellin has a metro? That made me feel even better! :) When I met Danna, I instantly felt that she has a wonderful, peaceful and friendly charisma and she was very polite and helpful. She told me that I could spend the night with her family and we went to her home together where I was assigned a sofa-sleeper in a separate room and then received a pineapple batido made by Danna and shortly after that a fruit salad which acquainted me with other new fruits such as lulos (related to tomatoes) and granadillas (like passion fruits, but far sweeter) and also made me realize that I had finally managed to enter a country within the mango season! You can imagine that I was in seventh heaven! :) After taking a shower I also got to know the rest of the family, Danna’s brother, their very open-minded and intelligent parents, and last, but not least their dog. :) I could even meet my very urgent need of washing my mountain of clothes. And that was not the end of my happiness, because Julián came by shortly after that (he had called me and inquired about my well-being several times before) and I learnt that he doesn’t only study English and French like Danna (she is studying to become a teacher and he has the goal of becoming a translator), but also German as a subsidiary subject which he is absolutely thrilled about, something that he himself cannot really explain. :.) (He suspects that it has to do with German ancestors of one of this parents.) Due to the shared linguistic enthusiasm I also had the opportunity to exercise my Spanish properly and Julián patiently corrected me and sometimes guessed whole sentences when I had only said one or two words - oh, what a relief after all these struggles with mumbling Panameños! :) Once I even had to read aloud a German childrens' book which he had borrowed from the university library, just because he likes the sound of the language so much. :)

The next morning I got to know a typical Colombian breakfast consisting of arepas (pancake-like bread made from corn), pastries filled with Bocadillo (guava paste), freshly squeezed orange juice and hot chocolate, and Danna – who shares my love for fruits, by the way - again prepared fruit salad for me, this time with oat flakes and even soy milk. Since both she and Julian had to go to the university, I explored the city a little on my own. It is located in a valley and “climbs” up the hills so that one of its landmarks is the "Metro Cables", three cable car lines which are not there for tourists, but part of the metro system, so one needn’t pay extra either. Although the crime rate of the city has decreased dramatically in recent years (some of you might have heard of the “Medellín Cartel”), one must still be careful and I abided by Julian's recommendation to stay in the vicinity of the Metro, where I came across enough pretty places which reminded me a little of Italy and where I provided myself with cups of sliced pineapple, papaya or mango which were sold at every corner. In the afternoon I moved to Julián’s place who lives together with other students near the university, under much simpler conditions than what German students are accustomed to, but all of them extraordinarily warm people. He shares a room with Ainan who is a member of one of the 80 tribes of Colombia and showed me their typical clothes and also turned out to be a good pan flute player (it is not as easy as it looks, I barely managed to produce even a sound! ). Julián himself is the proud owner of a guitar, a bandola and a charango and when he incidentally played “Greensleves” and I only started playing just the same song on my MP3 player, he said "oh, I love Blackmore's Night" and I was completely taken aback! :) My incredulity in the view of so many coincidences widened as I found out that he is a big fan of many predominantly German Gothic and Medieval bands and even plays in a band with like-minded people called “Mithril” (LOTR fans watch out!) of which he showed me pictures (two of them style themselves like Omnia :)) and of course played some songs to me which genuinely impressed me.

The next day he showed me the botanical gardens and we did a trip with one of the Metro Cable routes (with three changes)to the nature reserve “Parque Arví” which is situated more than 2,000 meters above sea level where we hiked and had the most delicious picnic of my life next to a Swedish-style lake. Although I would have liked to remain far longer in Medellín, my curiosity caused me to proceed to Bogota at night (this time the bus journey luckily took its regular nine hours). Even though I experienced incredibly much in a short time and met very interesting people there as well, I primarily remember being completely overchallenged with the complicated bus system and the huge scale of the city - probably I would have needed more time than just two days, but I only made the decision to extend my stay when I had returned to Medellín. I stayed with a Couchsurfing host, his wife and two children in a small apartment which was completely overloaded with Christmas decorations and situated in a huge residential area surrounded by barbed wire and guarded by watchmen in a southwestern part of the city. Although the father was obviously having trouble to make the principle of Couchsurfing plausible the rest of the family, they all treated me very kindly and the 14-year-old daughter even shared her bed with me. In the city I visited the “Museo del Oro” with its pre-Columbian gold treasures, the Old Town or “La Candelaria”, the “Plaza de Bolívar” between the courthouse and the main cathedral and the handicraft market where I bargained for a warm “ruana” in the face of the temperatures (Bogota is located over 2600 m above sea level). Once, when I had got completely lost in the evening, Natalia with whom I had also agreed to meet on Couchsurfing was sent to me as my rescuing angel and to my infinite gratitude helped me to find my way home. It is actually quite amazing how many helpful people one encounters when travelling, and in Medellín I was more often asked to be careful (both by people whom I knew and by complete strangers) than I was actually harmed. Back there I spent several days in one of the mountain villages with another Couchsurfing host, where I would have nearly frozen to death during the first night despite numerous blankets, however it was fortunately pointed out to me the next day that I had been sleeping on the sleeping bag instead of inside of it since I had not recognized it as such. :) Yolima, who lives in a little house about 20 minutes walk from the village center which is all filled with collection items of different cultures, is a very special woman with a cheerful sense of wisdom and knowledge of human nature as I have rarely seen it. She works for the university in various socio-educational projects all over the province with people (formerly) involved in guerrillas and crime who have often lost their livelihoods. She is a wonderful cook and I could have eaten heaps of her homemade arepas with avocado cream (I did actually, on the last day I was sick ;))! Apart from me, there were two other Couchsurfing guests (in succession) who both were coincidentally from India, the latter having been raised in the US, though. My very last day I spent with Danna and Julián again who even managed to organize a permit to enter the campus for me, as it is strictly monitored since there have been violent clashes recently. I returned to Panamá with two local flights (since this was both cheapter than a direct flight and I was also hoping to avoid the vaccination control in which I succeeded), spending another night in Capurganá and experiencing a very stormy and rainy boat ride across the border (I’ve never seen such high waves and have never been that wet in my life either) to Puerto Obaldia, where my traveling companions and I fought our ways through flooded streets to the baggage inspection for the purpose of drug smuggling, the passport control and finally the runway, where we didn’t know for a long time if the aircraft would come at all in this weather, and when it indeed had come only a half an hour later than expected, we had to wait for another one because there wasn’t enough space for us all in the first one. We were really relieved when we finally arrived in Panamá, even though we had to wait there for another few hours  and endure individual interrogations, as one is particularly suspicious of people entering the country from Colombia here...

So this was my Colombia trip (summed up really really shortly :)), and as you know, this was not the end of adventures... I’d say that one thing that I have learnt both from this initial, voluntary and the second unpredictable journey is the fact that things might not just turn out completely differently than you expected, but also that many things are completely different from what one might imagine them to be both in one’s own life and in the lives of others. To quote one of my ‘bibles’ “Directing the Power of Conscious Feelings”:  “First sight is seeing what is as it is rather than seeing what you expect or hope to see.”

Have fun with the pictures - and also have wonderful holidays (I’ve lost track of time here completely)! :)

Johanna

Saturday, December 11, 2010

Noch ein Update - Another update

Hallo,
es gibt noch ein paar Komplikationen hier, aufgrund des nicht aufhören wollenden Regens (eigentlich sollte schon die Trockenzeit angebrochen sein) sind viele Dörfer evakuiert und ein Teil der Leute in unser Dorf gebracht worden, wo nun alle zusammenhelfen sie zu versorgen; da die Strasse in die Stadt gesperrt werden musste (der Stausee auf dem Weg musste geöffnet werden), gibt es von dort auch keinen Nachschub und vermutlich müssen auch bald die Wasserkraftwerke abgestellt werden, sodass wir keinen Strom mehr haben werden. Also immer noch Chaos und ich melde mich, wenn sich die Lage wieder etwas beruhigt hat...
Liebe Grüsse!
Eure Johanna


Hi,
there are some more complications here because of the never-ending rain (actually the dry season should have already begun), many villages have been evacuated and part of the people have been brought to our village, where now all are helping together to sustain them; as the road into the city had to be closed (the reservoir lake on the way had to be opened), there are no supplies from there and probably the water power plants will be shut down soon, so we won't have power. So chaos is still prevailing and I'll let you know when the situation has calmed down a bit again ...
All the best!
Johanna

Wednesday, December 8, 2010

Lebenszeichen - Vital Sign

Hallo ihr Lieben,

ich wollte euch nur Bescheid sagen, dass ich wieder zurück in Panama bin und es mir leid tut, dass ich so im Verzug bin mit Berichterstattung und Emails, was zum einen daran liegt, dass ich länger in Kolumbien war als zuerst geplant, zum anderen daran, dass ich mich jetzt nach meiner Rückkehr erstmal um eine Menge kümmern muss und zum dritten daran, dass meine Laptoptastatur inzwischen komplett der Luftfeuchtigkeit zum Opfer gefallen ist und ich gerade an einem Leihlaptop schreibe, der an einen anderen Bildschirm angeschlossen ist, da der eigene ebenfalls den Geist aufgegeben hat...

Also, alles etwas chaotisch, aber ich lebe noch und melde mich sobald wie möglich ausführlicher, versprochen!

Ich vermisse euch und umarme euch ganz fest!

Eure Johanna



Hi to all of you,

I just wanted to let you know that I'm back in Panama and I’m sorry that I’m behind with reporting and emails, which is firstly due to the fact that I stayed in Colombia longer than planned, secondly since I have to tend to a lot of things now that I’ve only just returned and thirdly because my laptop keyboard has finally completely fallen victim to the humidity and I’m writing on a borrowed notebook right now, which is attached to another screen as its own also has packed up as well ...

So, all a little chaotic, but I'm still alive and will write more as soon as possible in detail, I promise!

I miss you and send you many hugs!

Johanna


Saturday, November 6, 2010

Fachlicher Exkurs - A technical excursus

English version below

Da ich zur Zeit recht beschäftigt bin mit meiner Bachelorarbeit, dachte ich mir, ich nütze die Gelegenheit, um euch ein bisschen was über das hiesige Projekt zu erzählen. Ich selbst muss ja immer vor Ort sein und die Dinge sehen, damit ich sie richtig verstehe und nachdem ich mich nun zusätzlich auch noch in verschiedenen Formen damit befasst habe (z.B. für meinen DAAD-Bericht und natürlich die Bachelorarbeit), kann ich, denke ich, meinen bisherigen “Stand des Wissens” ganz gut vermitteln.

Das Projekt heisst „Agroforstliche Möglichkeiten zur Förderung der Wiederaufforstung in Ost-Panama“ und wurde von Carola im Sommer letzten Jahres im Rahmen ihrer Diplomarbeit begonnen, für die sie insgesamt drei Jahre lang gefördert wird. Es läuft – wie ihr ja schon mitbekommen habt – in enger Zusammenarbeit mit der deutschen Firma “Forest Finance”, deren Prinzip  es ist, an interessierte Anleger vorher definierte Aufforstungsflächen entweder für 25 Jahre zu verpachten oder zu verkaufen, sich um deren Aufforstung, Pflege und Ernte zu kümmern und den Kunden jährliche Renditen von 8-11 % in Aussicht zu stellen. Dies schafft zugleich Arbeitsplätze für die heimische Bevölkerung und bietet eine Alternative zur Abholzung der noch existierenden Regenwälder, was in Panama ja ein besonders großes Problem darstellt. Zur Veranschaulichung ein Vergleich der bewaldeten Fläche des Landes in den Jahren 1947, 1986 und 1992:


Allerdings ist Aufforstungsfläche nicht gleich Aufforstungsfläche. Entscheidend sind daher bei Forest Finance der Grundsatz der Mischwaldaufforstung im Gegensatz zu konventionellen Monokulturen, der weitgehende Verzicht auf chemische Dünger und Pestizide sowie die bevorzugte Anpflanzung heimischer Baumarten. Im Allgemeinen wird nämlich Teak bevorzugt, der eigentlich in Asien heimisch ist und ein im Vergleich zu heimischen Baumarten unvergleichbar schnelleres Wachstum in den ersten Jahren aufweist, leider aber eben auch ungünstige Wirkungen auf den Boden besitzt (vor allem wegen der großen Blätter, die andere Vegetation behindern und den Boden versauern).

Carolas Projekt findet auf einer insgesamt 70 ha großen Finca namens „Playa Chuzo“ (der Namensgeber – mit „chuzo“ werden die Stöcke zum Löcherbohren für die neuzupflanzenden Bäume bezeichnet – muss ein recht humorvoller Mensch gewesen sein) statt, die etwa 2 km von Tortí entfernt ist und auf dem die schon mal erwähnte Dienstleistungsfirma „Barca“ die Pflege übernimmt. Von den verschiedenen Investmentmöglichkeiten, die Forest Finance anbietet, gehören diese Flächen zum „CO2OL“-Projekt, welches europäischen Firmen eine Ausgleichsmöglichkeit für deren Emissionen bietet (Vorteil für die Firma ist in diesem Fall „nur“ Publicity). Abgesehen von Teak werden hier fünf einheimische Baumarten angepflanzt, darunter z.B. die panamaische Variante des Mahagoni-Baums. Diese Baumarten werden sowohl in Kombination mit verschiedenen Feldfrüchten (derzeit Mais, Reis, eine Bohnenart namens Guandu und natürlich „meine“ Yuca :)) als auch in verschiedenen Abständen voneinander kultiviert, was zahlreiche Vergleichsmöglichkeiten erlaubt (natürlich gibt es auch Monokulturflächen der Feldfrüchte als „Kontrolle“). Eines der Hauptziele des Ganzen ist es, eine Möglichkeit zu finden, wie auch kleine Farmer sich an der Wiederaufforstung beteiligen können. Erstens wird diese nämlich bislang nur von Großunternehmen getätigt, da nur diese es sich leisten können, einige Jahre auf die ersten Profite zu warten, und zum anderen ist die Alternative, die Kleinfarmer bevorzugen, die Beweidung mit Vieh, was natürlich enorm zur Bodendegradation beiträgt. Hätten die Subsistenzfarmer eine Möglichkeit in den ersten Jahren der Agroforstwirtschaft eine Nahrungsgrundlage und vielleicht sogar Profite durch Feldfrüchte zu erwerben und zugleich die Aussicht auf erhöhte Profite in späteren Jahren (die Bäume sozusagen als „Sparkasse“ nutzend), hätten auch sie einen Ansporn, sich an der Wiederaufforstung zu beteiligen. Ein weiteres Ziel ist aber auch die Motivation der Großunternehmen, zusätzlich zu ihren Bäumen Feldfrüchte zu kultivieren, was nicht zuletzt die Nahrungsmittelsicherheit des Landes verbessern würde, das mit degradierten Böden (siehe vorher) und zahlreichen für Feldfruchtanbau ungeeigneten Lagen zu kämpfen hat. Auch wenn – wie bereits aus den bisherigen Ergebnissen des Projektes ersichtlich wurde – auf Agroforstflächen freilich nicht gerade Spitzenerträge erzielt werden können, so bieten die Erträge dennoch einen Zusatzprofit (wichtig ist natürlich herauszufinden, inwiefern die Bäume beeinträchtigt werden) und werden zudem durch die positiven Einflüsse der Bäume auf den Boden ihrerseits positiv beeinflusst. Das Projekt ist nur ein kleiner Anfang (und mein Beitrag ist noch viel kleiner), aber es ist ein Anfang und wird hoffentlich noch mehr Bemühungen in dieser Richtung inspirieren und motivieren. Ich bin jedenfalls umso begeisterter davon, je mehr ich mich damit befasse, und finde es auch ziemlich spannend, mit wievielen Aspekten allein der Yuca man sich befassen kann. :)

So, nun ist endlich der Strom wieder da und ich kann meinen kleinen „Zwischenbericht“ online stellen. Zur Zeit regnet es hier so viel wie seit zehn Jahren nicht mehr, was, wie mir gesagt wurde, La Niña, der Folgeerscheinung von El Niño zu verdanken ist (schon schade dass wir nie die Klimatologie-Folien bekommen haben!). Jedenfalls hat dies zur Folge, dass wir diesmal sogar die Ursache des Stromausfalls kannten, nämlich ein Baum, der im stürmischen Wetter auf die Leitungen gefallen war. Da wir das Phänomen aber ohnehin schon so gewohnt sind, kommentieren wir es schon gar nicht mehr, sondern wenden uns eben stromunabhängigen Aufgaben zu, Carola geht mit Stirntaschenlampe Geschirr spülen (die Küche hat keine Fenster) und ich lese auf altmodischem Papier statt auf dem Bildschirm. ;)

Anbei noch ein paar Fotos aus meiner Nachbarschaft, die die Regenzeit in Blüte versetzt hat. Ich war ganz überrascht, als ich aus der Stadt zurückgekommen war. Im Übrigen habe ich beobachten dürfen, dass die einheimische Bevölkerung nach einer gewissen Zeit viel herzlicher und offener wird als am Anfang. In Uganda war man ja Fremden gegenüber sehr aufgeschlossen, so gesehen habe ich meine “Aufenthaltsdauern” wohl “richtig” auf die Länder verteilt. :) Natürlich hat auch mein verbessertes Spanisch dazu beigetragen, aber nicht als “entscheidender Faktor”, würde ich sagen. Lustig war es aber schon, als vieles von dem, was sich die Leute auf der Straße zurufen oder einander erzählen und was bisher immer nur unverständliches Gemurmel für mich gewesen war, plötzlich Sinn ergeben hat, so als ob mir jemand einen Babel fish ins Ohr gesetzt hätte. ;)

Entschuldigt, wenn ich gerade etwas langsam bin mit dem Emails-Beantworten, aber ich nutze derzeit das etwas kühlere Wetter und die ruhigeren Tage (hier waren viele Feiertage) zum Arbeiten und muss auch langsam meinen Kolumbien-Abstecher vorbereiten. :)

Ich denke an euch und wünsche euch viel Durchhaltevermögen im stressigen Unialltag!

Eure Johanna

PS: Übrigens konnte ich inzwischen das VPN-Problem umgehen, da es nun einen eAccess-Zugang auf der Seite der Bib gibt, war das bei euch auch schon so? Auf jeden Fall super praktisch!

PPS: Laut Carola sind das Ananas-Angebot der “Ananas-Frau” und die Gemüseauswahl des Supermarktes seit meiner Ankunft sprunghaft angestiegen. ;) Ich glaube, ich trage zum Wirtschaftswachstum des Dorfes bei. ^^



Eingang zum Nachbarhaus
Gate to our neighbouring house







Die Papajas sind hier genauso groß wie in Uganda... (das Bild stammt noch aus El Valle)
The local papayas equal  those of Uganda in size... (the picture is from El Valle)


... aber innen optisch sogar noch ansprechender. :)
... but their interior is even more appealing :)

Nachtrags-Bild zur Fahrt auf die Felder mit den Arbeitern
On our way to the fields with the workers




English version


Since I’m quite busy with my bachelor thesis at the moment, I thought I'd take the opportunity to tell you a little about the project. I usually have to see things myself to understand them properly and now that I've also dealt with the matter in various forms (e.g. by writing my report for the DAAD and the thesis, of course), I think I can convey my current “level of knowledge” quite well.

The project is called "Enriching plantation forests with understory crops as a method to facilitate reforestation activities in Panama” and was initiated by Carola last summer for the purpose of her diploma thesis which is promoted for three years. It is - as mentioned before – run in close cooperation with the German company "Forest Finance” whose principle it is to either lease or sell pre-defined areas to be afforested to interested investors for 25 years, taking care of the reforestation, the maintenance and the harvest of the areas and holding out the prospect of annual returns of 8-11% to the clients. This both creates jobs for the local population and provides an alternative to the deforestation of extant tropical forests, which is such a big problem in Panama. Here is a comparison of the forested area of the country in the years 1947, 1986 and 1992 by way of illustration:



However, one afforestation area is not like another. That’s why the principle of mixed woodland planting as opposed to conventional monocultures, the almost complete absence of chemical fertilizers and pesticides as well as the preferred planting of native tree species are crucial to Forest Finance. For in general, teak is preferred by most plantation owners, which is actually native to Asia and which grows far faster in its early years than native tree species, but unfortunately has very unfavourable effects on the soil (mainly because of the large leaves which impede other vegetation and acidify the soil).

Carola's project is located on a 70 hectare finca called "Playa Chuzo" (the name creator must have been a very humorous person - "chuzo" is the word for the sticks which are used to prepare the holes for the trees to be planted) which is about 2 km from Tortí and which the service company “Barca” that I also mentioned before takes care of. The areas belong to the "CO
2OL" project, one of the various investment opportunities offered by Forest Finance, which offers a possibility to European companies to compensate their emissions (the advantage for the company is "merely" publicity in this case). With the exception of teak, there are five species of native trees planted, e.g. the Panamanian version of the mahogany tree. These tree species are cultivated in combination with various crops (currently maize, rice, a bean species called “Guandu” and ‘my’ Yuca of course :)) and were furthermore planted at different distances from each other, which allows many comparisons (of course there are also mono-crop areas for the purpose of control). One of the main objectives of the project is to find a way for small farmers to participate in reforestation. Firstly, this has so far been performed only by large companies, since it is only them who can afford to wait for the first profits for several years, and secondly the alternative preferred by small farmers is cattle grazing which of course contributes greatly to soil degradation. If the subsistence farmers had a chance to acquire staple food and perhaps even profits from crops in the first years of agroforestry and additionally had the prospect of increased profits in later years (using the trees as a kind of "savings bank"), they would also have an incentive to participate in reforestation. Another goal, however, is the motivation of large firms to grow agricultural crops in addition to their trees, which would not least contribute to an improved food security of the country which is struggling with its degraded soils (see above) and many unsuitable locations for crop cultivation. Even if - as can be seen from the previous results of the project – agroforestry areas do not exactly produce top yields, the yields still offer an additional profit (while it is important of course to find out how the trees are affected) and also affect the soils positively through the positive influences of the trees. The project is only the thin end of the wedge (and my contribution is even smaller), of course, but it's a start and will hopefully inspire and motivate more efforts in this direction. Anyway, the more I am working on it, the more enthusiastic I’m getting about it, and I’m also fascinated by the amount of aspects the yuca alone has to offer. :)

Now we’ve finally got power again and I can put my little "interim report" online. Currently it is raining more here than it has been for a decade which is due to La Niña, the secondary effects of El Niño (a pity that we’ve never got the climatology lecture notes!). In any case, this means that this time we even know the cause of the power failure, which is a tree that has fallen onto the power supply line in stormy weather. Since we are so used to the phenomenon anyway, we don’t even comment on it anymore, but just turn to “power-independent” tasks, Carola washing the dishes with a torch on her forehead (the kitchen doesn’t have windows) and me reading stuff on old-fashioned paper instead of the screen . ;)

I’m adding some pictures of my neighborhood which has been put “in bloom” by the rainy season - I was quite surprised when I came back from the city. By the way, I’ve observed that the local population has become a lot warmer and more open towards me than at the beginning. In Uganda it had been very open even to strangers, so it seems that I’ve split my "durations of stay" "correctly" between the countries. :) Of course, my improved Spanish has also contributed to that, but not as a "decisive factor" I’d say. However it was funny to observe for me how a lot of what people shout to each other and tell each other on the streets suddenly makes sense, which had only been unintelligible mumbling to me up to now, as if someone had put a Babel fish into my ear. ;)

I’m sorry if I'm being a little slow with my replies to your e-mails these days, but I’m currently making use of the slightly cooler weather and the calm (there have been a few holidays) for my work and also for starting to prepare my trip to Colombia. :)

I’m thinking of you and wish you a lot of stamina in the stressful university life!

Love

Johanna

PS: According to Carola both the pineapple offer of "pineapple-woman" and the selection of vegetables in the supermarket have increased significantly since my arrival. :) I think I’m contributing to the economic growth of the village. ^^
 

Monday, October 25, 2010

A pirate's life for me!

Spanish version below ;)

So, es ist wieder Zeit für einen Eintrag – auch wenn die statistische Frist dazu bereits abgelaufen ist, wie mir aufgezeigt wurde. ;) Inzwischen war ich zweimal im „Casco Viejo“, allerdings beide Male nur nachts, obwohl dieser Teil der Stadt tagsüber nochmal einen ganz eigenen Charme haben soll. Es gibt hier sozusagen zwei „Altstädte“, „Panamá Viejo“ und „Casco Viejo“. Erstere wurde im 17. Jahrhundert, zu welchem Zeitpunkt sie die wichtigste Stadt Spanisch-Amerikas war, von keinem geringeren als Henry Morgan komplett zerstört, woraufhin sie 8 km weiter wiederaufgebaut wurde (= Casco Viejo), was heute - auch dank besserer Sanierung – noch wesentlich besser erhalten und hübscher anzusehen ist als Panama Viejo. Und es gibt dort eben auch einige wenige Ausgehmöglichkeiten für alle die, denen Stil ein bisschen wichtiger ist als z.B. Besuchern der „Zona Viva“, einer Ansammlung von Diskotheken und Clubs am trendigen „Amador Causeway“. Eine der Bars, die ich mit meinen Couchsurfing-Freunden besucht habe, gehört zu einem Hostel, wodurch dort natürlich viele Backpacker anzutreffen sind (*freu*), aber auch genug Einheimische oder Zugezogene aus anderen lateinamerikanischen Ländern. Sie befindet sich in einem Gewölbe neben dem tiefer als das Hostel gelegenen Innenhof und hat ein recht besonderes Ambiente. Ein anderes Ausgehziel war eine von Ruinen umgebene Tanzfläche unter freiem Himmel direkt oberhalb der Meeresküste mit einer Bar, zwei DJs und ein paar Tischen und Stühlen. Mir wurde gesagt, dass spät in der Nacht der Meeresspiegel so weit ansteigt, dass die Bar direkt im Meer zu schwimmen scheint (aber noch durch die Mauern davor geschützt ist), was ich allerdings nicht mehr selbst gesehen habe – meine innere Uhr hat sich in Sachen Nachtleben noch nicht den Einheimischen angepasst.

Ausserdem habe mich ich mit einem neuangekommenen Praktikanten zum „Parque Metropolitano“ aufgemacht, jedoch stellten wir irgendwann fest, dass wir im falschen Bus gelandet waren (surprise surprise! ;) ), der allerdings eine hübsche Strecke entlang des Kanals fuhr. Zu unserem Glück erklärte uns dann eine Einheimische, dass der Bus beim „Parque Summit“ enden würde, der ohnehin viel schöner sei. :) So langsam habe ich minimal mehr Durchblick im hiesigen Bussystem und versuche wann immer möglich die Gelegenheit zu ergreifen dieses Transportmittel zu nutzen, da ich das Fahrtgefühl einfach liebe! Sie werden hier „Diablos rojos“ (rote Teufel) genannt, wobei sie eigentlich eher „bunte Teufel“ heißen sollten, denn jeder der ehemaligen nordamerikanischen Schulbusse ist individuell von oben bis unten (zum Teil mit berühmten Persönlichkeiten) bemalt, und die Innengestaltung erinnert irgendwie an eine Mischung aus Bordell und Karneval, mit jeder Menge Federboas und Glitzerpapier, das um die Stangen gewickelt ist... Jede Fahrt kostet 25 Cent (18 €-Cent), unabhängig von der Distanz, die man beim Aussteigen bezahlt. Bevor man aussteigen will, muss man – wenn dies kein anderer tut – „parada!“ (Haltestelle) schreien, und das umso lauter, wenn man dabei auch noch Latino-Musik übertönen muss. Bei meiner ersten Fahrt, bei der ich auch noch ganz hinten saß (ungünstig angesichts des üblichen Füllungsgrades an Passagieren!) hatte ich zum Glück die Hilfe meines Sitznachbarn, der den Beginn einer „Parada!-Schreikette“ bis nach vorn zum Busfahrer machte. Die Fahrten sind meist ziemlich holprig und in der „hora pico“ (peak hour :) , einer der hiesigen „spanisierten“ Anglizismen) unermesslich langwierig - aber Zeit spielt hier ja ohnehin keine Rolle -, meist wird mit offenen Türen gefahren (ist bei heißem Wetter angenehmer und beschleunigt die Ein- und Aussteigprozesse) und je nach Alter des Busses kann man durch die Löcher in dessen Boden gespannt die Qualität der Strasse beurteilen... ;) Was ich sehr nett finde, ist dass die sitzenden Leute den stehenden oft jegliches Gepäck von Taschen bis hin zu Kindern abnehmen. Zu meiner Trauer habe ich erfahren, dass die Diablos rojos in ein paar Monaten durch „moderne“ Busse ersetzt werden sollen, aber ich bin froh, dass ich sie noch erleben durfte!

Die letzten zwei Wochen habe ich dann entweder in der Sprachschule oder bei meinen Gasteltern verbracht. Ich war überglücklich, als ich endlich all meine Fragen loswerden konnte und schwelgte voller Begeisterung in Grammatik, was den meisten anderen Kursteilnehmern eher unnachvollziehbar war. :) Die erste Woche war ich sogar nur mit einem anderen Mädchen in unserer „Klasse“, Justine (aus Frankreich), da es für sehr viele verschiedene Niveaus verschiedene Klassen gibt und wir ungefähr dasselbe hatten, wie sich durch den Einstufungstest herausstellte. In der zweiten Woche hatte ich abwechselnd Gesellschaft von einer Italienerin, einem Franzosen, einer Amerikanerin, einer Holländerin und zwei Koreanerinnen. Bei den Nachmittagsaktivitäten war ausser mir und Justine noch eine sehr nette Kanadierin dabei, die nur für zwei Wochen Sprachkurs nach Panama gekommen war! Dazu gehörten unter anderem ein Besuch zu „Mi Pueblito“ („mein kleines Dorf“), wo je ein Dorf der drei Kulturen Panamas (Latino/Campesino, Afro-antillanisch und Indigen) nachgebaut wurden, ein Besuch des anthropologischen Museums, in dem wir dank Klimatisierung fast erfroren wären (die Angestellten trugen Anoraks!) und eine Patacones-Kochunterweisung („Patacones“ ist der Name des fertigen Gerichts aus frittierten Kochbananenscheiben). Einmal nahm ich an einer Gratistanzstunde in einer nahegelegenen Tanzschule teil, wo wir in den Rumba eingewiesen wurden, was gar nicht mal so schwer war! :) Und auch von uns durften unsere Sprachschullehrerinnen etwas lernen, zum Beispiel, dass Füchse nicht in Bäumen leben, wie eine von ihnen immer angenommen hatte :D , was ihr aber nachzusehen ist, weil hierzulande mit „zorra“ (wörtlich „Füchsin“) eine auf Bäumen lebende Tierart bezeichnet wird. Ein Satz, der mir wohl – im wahrsten Sinne des Wortes – zum Ohrwurm geworden ist, ist „Estoy feliz como una lombriz“ (ich bin glücklich wie ein Regenwurm) - irgendwie passt er ja auch perfekt zu unserem Studiengang –, Frau Papaja hätte ihre Freude daran (du sicher auch Moni :) )!

Apropos Papaja (welch gelungene Überleitung ;) ), in den letzten zwei Wochen bin ich definitiv im Obsthimmel geschwebt! Ganz nach dem Motto „A papaya a day, keeps the doctor away“ (so heisst das doch oder?  ;)) kam ich jeden Morgen in den Genuss frisch zubereiteten Papaja-Ananas-Salates, dem ich stets schon beim Aufstehen entgegengesehen habe.  Das war aber nur eines der Dinge, die mich an meinen Sprachkurs-Gasteltern komplett von den Socken gehauen haben! Denn obwohl sie schon seit Jahren Sprachschüler beherbergen und ihnen dabei noch nie auch nur ein Vegetarier untergekommen ist, hat Marina, die Ehefrau, die ursprünglich aus Kolumbien stammt, schon am ersten Tag sämtliche vegane Produkte im nächsten Supermarkt aufgetrieben, von denen ich nicht gedacht hätte, dass sie hier überhaupt zur Verfügung stehen! Braulio, ihr Ehemann, der schon seit langer Zeit im Ruhestand ist, hat früher in Colón im Bereich Verkehr gearbeitet und ist im Rahmen seines Berufes viel nach Süd- und Nordamerika gereist. So sehr ich Fürsorge zu schätzen weiß und auch befürworte, war es mir bei meinem Gastvater manchmal etwas zu viel – er hielt mir zweimal täglich sowohl vor, dass ich mehr essen sollte als auch, dass ich seeehr vorsichtig sein sollte, wenn ich abends allein unterwegs bin. ;) Die Stadt Colón, die am atlantischen Ende des Panamakanals liegt und nach Kolumbus (spanisch eben „Colón“) benannt ist, bietet übrigens ein gutes Beispiel für den krassen Gegensatz zwischen arm und reich. Dort befindet sich die nach Hongkong zweitgrößte Freihandelszone der Welt, doch in den 60er Jahren führten politische Aufstände und die damaligen Diktaturen (Torrijos/Noriega) zum drastischen Verfall, sodass die Armutsrate heute über 40 % beträgt und die Stadt als gefährlichste Lateinamerikas, von manchen als der Welt (was ich mir allerdings schwer vorstellen kann) bezeichnet wird. Schon unglaublich, wie sich all das nur wenige Kilometer von der gedeihenden Hauptstadt abspielen kann!

Nach unserer ersten Sprachkurswoche sind Justine und ich zu einem weiter östlich gelegenen Teil der Karibikküste gereist und machten uns nach einem kurzen Aufenthalt in dem Dorf „Portobelo“ zur „Isla Grande“ auf, wo ich tapfer gegen meine Strandphobie ankämpfte! ;) Ich muss natürlich dazu sagen, dass sich diese hauptsächlich auf touristenüberladene 08/15-Strände bezieht, und ich nichts gegen verlassene Naturschönheiten habe (zumindest zum Anschauen, Sonne muss ich mit meiner Haut ja ohnehin tunlichst vermeiden). Woran wir allerdings nicht gedacht hatten (nein, ich lerne nichts aus meinen Erfahrungen! ;) ), waren die Moskitos, die uns die komplette Nacht unseres Schlafes beraubten! Somit kehrten wir am nächsten Tag nach Portobelo zurück, was mich mit seiner piratigen Atmosphäre ohnehin schon am Tag zuvor völlig begeistert hatte! In der Kolonialzeit war dort der wichtigste Handelshafen der Spanier für das in Südamerika eroberte Gold, was natürlich haufenweise Piraten anlockte (nicht zuletzt unseren alten Bekannten Henry Morgan) und noch heute kann man die Ruinen ihrer Festungen besichtigen. Mein Glück war perfekt, als wir ein relativ neugegründetes Hostel fanden, das von keinem geringeren als Captain Jack betrieben wird! :) Da es sich um einen echten Kapitän handelt, bietet er regelmäßig Touren nach Kolumbien auf dem Seeweg an, was mir als perfekte Lösungsmöglichkeit für mein Visumsproblem vom Himmel fiel! (Ende November muss ich ausreisen um das dreimonatige Besuchervisum zu erneuern und fühlte mich bislang mehr in den Süden als in den Norden gezogen, wohin es aber ja keinen durchdringbaren Landweg gibt...) Recht begeistert habe ich mich wie üblich auch auf die Essensstände des Dorfes gestürzt, die abgesehen von ihrem üblichen „Alles was essbar ist – Frittier“-Angebot (ob ihr es glaubt oder nicht, hier wird sogar Eis frittiert! Googelt mal nach „helado fritto“) auch „Batidos“ hatten, die panamaische Variante von Fruchtshakes, zu denen ich nur immer dazusagen muss, dass ich sie ohne Milch möchte. Als wir am Sonntag noch einmal dort vorbeikamen, fragte mich eine der Verkäuferinnen sogar „¿Hoy no batido?“ (Heute keinen Batido?) – ich war mir meines Bekanntheitsgrades gar nicht bewusst gewesen. :D Eigentlich hatten wir auch noch zu einem Strand mit dem kreativen Namen „Playa Blanca“ gewollt, aber die Bootsfahrt dorthin hätte 15 $ (knapp 11 €) gekostet, was uns dann doch zu teuer war. Dafür war es uns gelungen den Preis für die Fahrt zu einer der Festungen von 20 auf stolze 5 $ für uns beide herunterzuhandeln. :)

So, dann werde ich mal die Gelegenheit nutzen dass sowohl Strom als auch Internet funktionieren und versuchen diesen Eintrag und ein paar Bilder hochzuladen!

Gaaanz liebe Grüße an euch alle!

Eure Johanna
                           
PS: Für alle, mit denen ich diese Diskussion schon hatte – Justine hat laut eigener Aussage Übung darin Menschen als Hunde- oder Katzentypen einzuordnen und hat mir eindeutig die Katzenkategorie zugewiesen! ;)

PPS: Da ich letzter Zeit über erstaunlich viele Sätze verschiedenster Quellen gestoßen bin, die mir im Gedächtnis geblieben sind, dachte ich, ich lasse euch daran teilhaben, vielleicht haben sie ja gerade für mehrere Menschen eine Bedeutung.

Sich daran zu erinnern, dass man sterben wird, ist der beste Weg, um die Falle zu vermeiden zu denken, man hätte etwas zu verlieren.

In zwanzig Jahren wirst du enttäuschter über die Dinge sein, die du nicht getan hast, als über diejenigen, die du getan hast.

Reise weit und schnell, reise leicht. Lass all deinen Neid, deine Unnachsichtigkeit, deine Selbstsucht, deine Vorurteile und deine Angst zurück.

Ich werde nur einmal diese Stelle des Lebens passieren. Lass mir also nichts verschieben oder unterlassen, denn ich werde diesen Weg nicht mehr passieren.

Deine Aufgabe besteht darin, die Menschen, die du liebst, von dir unabhängig zu machen.



Unsere Bleibe auf der Isla Grande - den Preis haben wir übrigens auch auf die Hälfte runtergehandelt :)
Our  place to stay on Isla Grande - whose price we'd also beaten down to its half :)



Piratenfeeling in Portobelo
Pirate feeling in Portobelo
Die Bar meines neuen Lieblingshostels
The bar of my new favourite hostel

In "Mi Pueblito"

Meine Gasteltern (rechts) und eine weitere ganz liebe Mitbewohnerin des Hauses (Onelia, links)
- Marina hat sich übrigens extra hübsch gemacht für das Bild :)

My host parents (to the right) and another lovely tenant (Onelia, to the left)
- Marina had made herself look pretty for the picture :)












Verkehrte Welt - Sind Exportbananen nun besser für das Gewissen?
("guineo" ist die hiesige Bezeichnung für "gelbe", also nicht Kochbananen)

Topsy-turvy world - Are export bananas morally more acceptable?
("guineo" is the name for yellow bananas here, as opposed to plantains)



Ein typischer "Diablo Rojo"
A typical "diablo rojo"


Just kidding – English version follows :)


Well, it's time for another entry - even though the period has already expired statistically, as has been pointed out to me. :) By now I have been to "Casco Viejo" twice, but both times at night, although this part of the city seems to have its very own charm during daytime. There are two "old towns", "Panama Viejo" and "Casco Viejo". The first one was completely destroyed in the 17th Century (at which time it had been the most important city of Spanish America) by none other than Henry Morgan. After that it was rebuilt 8 km from there (= Casco Viejo), which today looks better preserved and prettier than Panama Viejo, also thanks to better rehabilitation. And there are also a few locations for going out for all those to whom style is a bit more important than, say, visitors to the “Zona Viva”, an accumulation of discos and clubs in the trendy “Amador Causeway”. One of the bars that I visited with my Couchsurfing friends is part of a hostel, so that you come across quite a few backpackers there, but also enough locals or people who have moved here from other Latin American countries. It is located in a vault next to a patio subjacent to the hostel and has a very special ambience. Another place we went to was an open air dance floor surrounded by ruins directly above the sea coast with a bar, two DJs and a few tables and chairs. I was told that late at night, the sea level rises so much that the bar seems to swim right in the sea (but is protected by the sorrounding walls), which I haven’t seen personally though – I haven’t adapted my circadian rhythm to the local nightlife here.

Furthermore, I headed to the “Parque Metropolitano” with a newly arrived trainee, but we soon found out that we had ended up on the wrong bus (surprise surprise ;) ), which however did a nice route along the canal. Luckily a local passenger told us that the bus would terminate at the “Parque Summit”, which were much nicer anyway. :) I am beginning to see through the local bus system, and I try to take the opportunity of using this means of transport whenever possible, because I just love the feeling! They are called “Diablos Rojos” (red devils), however they should rather be called “colourful devils”, for each of the former North American school buses is individually painted from top to bottom (some with famous people), and the interior somehow reminds of a mixture of a brothel and carnival, with lots of feather boas and glitter paper that is wrapped around the poles... Each ride costs 25 cents (18 € cents), regardless of the distance, that you pay when exiting. Before you want to get off, you have to shout "parada!" (stop!) - the louder the more Latin music you have to drown out -, if no one else does. On my first trip, when I was additionally sitting in the back (not a good idea considering the usual amount of passengers!), I luckily had the help of my neighbour who initiated the chain of “Parada!”- shoutings up to the bus driver. The trips are usually quite bumpy and immensely time consuming  during the “hora pico” (peak hour :), one of the “spanicized” anglicisms) - but time does not matter here anyway -, they usually run with open doors (pleasant during hot weather and accelerating the entering and exiting proceedings) and depending on the age of the bus the road quality can be judged by looking through the holes in the bottom... :) What I quite appreciate is the fact that the sitting people often relieve the standing people of any luggage from bags to children. To my sorrow I learnt that the “diablos rojos” will be replaced by “modern” buses in a few months, but I'm glad I'm experiencing them before that!


The last two weeks I spent in either the language school or with my host parents. I was over the moon when I finally had someone to pelt with all my questions and I indulged myself in grammar with an enthusiam which was a bit hard to comprehend for most of the other students. :) During the first week there was even only one other girl in my “class”, Justine (from France), because there are so many different classes for different levels and we had about the same level as had turned out in the placement test. In the second week I had alternately company of an Italian, a Frenchman, an American, a Dutch and two Koreans. As for the afternoon activities, there was a very nice Canadian woman taking part in them (apart from me and Justine), who had come to Panama only for a two week course! Among these were a visit to “Mi Pueblito” (“my little village”), where each village of the three cultures of Panama (Latino/campesino, Afro Antillian and indigenous) has been reconstructed, a visit to the anthropological museum in which we almost froze to death due to the air conditioning (the employees were wearing anoraks!) and a patacones cooking class (“patacones” is the name of the meal of fried plantain slices). Once I took part in a free dancing lesson at a nearby dancing school where we were instructed in Rumba, which was actually not that difficult! :) And the language school teachers also learnt new things from us, for example that foxes do not live in trees, as one of them had always been convinced :D , however this is comprehensible knowing that “zorra” (literally "female fox") is the name for a local arboreal species. A sentence that has become a catchy tune for me is "Estoy feliz como una lombriz" (I'm happy as an earthworm), well, it does fit perfectly with our field of studies – Mrs Papaja would surely delight in it (you certainly too Moni:))!

Speaking of papaya (what a smart transition ;) ), during the last two weeks I was definitely flying in fruit heaven! According to the motto “A papaya a day, keeps the doctor away” (that’s the way it reads isn’t it ;) ) I came to enjoy freshly prepared papaya and pineapple salad every morning, which I had always been looking forward to already when getting up. That was only one of the things that really flabbergasted me about my host parents! For although they have been hosting students for many years and there has never even been a vegetarian amongst them, Marina, the wife who is originally from Colombia, chased down all vegan products in the nearest supermarket on the first day, some of which I had not even thought would be available here! Braulio, her husband, who has long since retired, had worked in transport in Colón and had been travelling a lot to South and North America for his work. As much as I appreciate care, it was sometimes a bit too much from my host father - he explained to me twice a day that I should eat more and that I should be very careful when walking alone in the streets in the evening. ;) The city of Colón, situated at the Atlantic end of the Panama Canal and named after Columbus (“Colón” in Spanish), offers a parade example of the stark contrast between rich and poor. It has the second largest free trade zone in the world after Hong Kong, but in the sixties political uprisings and the former dictatorships (Torrijos/Noriega) brought about a significant decline, so that the poverty rate today is over 40% and the city is considered the most dangerous in Latin America, by some even in the world (which I can’t really imagine). Quite incredible how all this can be taking place only a few miles from the thriving capital!

After our first course week, Justine and I traveled to a more eastern part of the Caribbean coast and headed for “Isla Grande” after a short stay in the village of “Portobelo”, so I bravely fought my beach phobia! :) I must say of course that this mainly refers to run-of-the-mill beaches which are overloaded with tourists, and I have nothing against abandoned natural beauty (at least looking at it, because of my skin I need to avoid sun as much as possible anyway). What we hadn't considered, however, (no, I do not learn from my experiences ;) ), were the mosquitoes, which robbed us of our sleep the whole night! So we went back to Portobelo the next day, whose pirate atmosphere had already filled me with enthusiasm the day before! In the colonial era there was the most important trading port for gold conquered in South America by the Spaniards, which of course attracted loads of pirates (not least our old friend Henry Morgan) and you can still visit the ruins of their fortresses. My happiness was complete when we found a relatively newly established hostel, run by none other than Captain Jack! :) Since he is a real captain, he regularly offers affordable tours to Colombia by sea, which fell into my lap as the perfect solution for my visa problem! (I have to leave the country in the end of november to have my three months visitor's visa renewed and felt drawn into the south rather than into the north, however facing the problem of impermeable jungle...) As usual, I was also excited about the food stalls of the village which in addition to the usual “fry everything that is edible” offer (believe it or not, they even fry ice cream here - google for “helado fritto”) also offered “batidos”, the Panamanian version of fruit shakes, and I only always have to say that I want them without milk. As we passed there again on Sunday, one of the sellers even asked me”¿Hoy no batido?” (No batido today?) - I hadn’t been aware of my renownedness. :D  Actually, we had also wanted to visit a beach with the inventive name “Playa Blanca”, but the boat trip there would have been $ 15 (around 11 €), which was too expensive for us. But we managed to beat down the price for the trip
to one of the fortresses from $ 20 to impressive $ 5 for both of us. :)

So now I'm going to make use of the availability of both electricity and working internet and will try to upload this entry and some pictures!

Lots of love to all of you!

Johanna
                           
PS: For all those with whom I’ve had this discussion as well - Justine claims to be well-experienced in classifying people as a “dog” or “cat types” and has clearly assigned me to the cats category! ;)


PPS: Since I’ve come across an amazing number of statements lately which have remained in my mind, I thought I’d share them with you, maybe they have a meaning to more people right now.

Remembering that you are going to die is the best way to avoid the trap of thinking that you have something to lose.

Twenty years from now you will be more disappointed by the things you didn't do than by the ones you did.

Travel far and fast, travel light. Leave all your jealousy, unforgivingness, selfishness, prejudice and fear behind.

I shall pass this part of life but once. Let me therefore not defer or neglect anything, for I shall not pass this way again.

It is your task to make those whom you love independent from you.

Tuesday, October 5, 2010

Couchsurfing rocks! :)

English version below as usual ;)

Wisst ihr noch, wie ich gesagt habe, ich hätte das Gefühl, umso mehr Zeit zu haben, je älter ich werde? Wenn du mich nicht darauf aufmerksam gemacht hättest, Raffi, hätte ich glaube ich den Widerspruch gar nicht bemerkt! :) Inzwischen hat auch noch die Begegnung mit dem Präsidenten der Universidad Latina in Panama City dazu beigetragen. Macht keinen Sinn? Ich erkläre es gerne: Als meine Tante erfuhr, dass ich nach Panama gehe, „beauftragte“ sie mich damit einen Panameño zu finden, mit dem sie in ihrer Studienzeit in Deutschland zusammengewohnt hat – der jetzt eben besagter Präsident ist! Es war nicht gerade einfach ihn zu finden, aber letztlich war ich dann erstaunt, wie ich einfach so ohne „Anmeldung“ in sein (gut klimatisiertes :) ) Büro spazieren konnte. Er war ganz aus dem Häuschen mich zu treffen und unbeschreiblich nett, und während er mir so erzählte, was sich seit damals alles so in seinem Leben getan hat, war ich wirklich beeindruckt angesichts der Feststellung, wieviele Erlebnisse noch vor mir liegen!

Inzwischen haben meine bisherigen „Mitbewohner und –arbeiter“ das Dörfchen Tortí verlassen, in das ich Anfang vorletzter Woche zurückgekehrt war (und diese Woche werden sie zurück nach Deutschland fliegen), und so sehr ich es genossen hatte es zugunsten der Stadt zu verlassen, so sehr freute ich mich, wieder dorthin zurückzukehren - warmes Wasser, ein sauberes Haus und eine richtige Küche sind zwar etwas Tolles, wenn man es lange entbehren musste, werden einem aber auch schnell wieder auf seltsame Art und Weise zur Last. Ihr erinnert euch vielleicht an das Zitat, das ich euch vorgelesen hatte, „Security is not having money; it’s knowing you can do without it“, und genau so scheint es auch mit allem anderen zu sein. Es ist erstaunlich festzustellen, wie man es sich trotz widriger äußerer Umstände allein durch seine Gedanken, seine Aktivitäten und vor allem seinen Umgang mit anderen Menschen sozusagen „in sich selbst“ bequem machen kann. Und genau das ist es vielleicht, was man unter „zu bequemen“ äußeren Umständen vermisst, und was der Autor von „Escapism“ als die „unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ zitiert. Oh und es erinnert mich auch an eine lustige Stelle aus „The Geography of Bliss“ (ja, ich lese mal wieder mehrere Bücher gleichzeitig ;), in der der Autor aus einem Luxushotel geflohen ist: „A few minutes later, I’m checking into another hotel – no fleabag, mind you, but not a tomb, either. No one greets me at the lobby entrance. A good start. I notice that the ceiling paint is beginning to peel. There’s a small crack in one wall. A wave of relief washes over me...“ :D

Mit meiner Bachelorarbeit geht es langsam auch voran - immer wenn Carola mir etwas Neues erklärt hat, wusste ich erstmal gar nicht, wo ich anfangen soll, aber nach einer Weile fand ich mich dann in die jeweilige Aufgabe hinein. Im Moment wechsele ich ab mit dem Beginnen des Schreibens der einfachsten Teile, dem Lesen von Literatur und Nutzen von „Citavi“ (reuvoll stelle ich fest, dass ich Frau Schlindwein vielleicht doch etwas besser hätte zuhören sollen ;) ), der Literaturrecherche und weiterhin der Eingabe meiner Daten in Excel, womit (und mit SPSS) ich sie dann, wenn ich damit fertig bin, statistisch auszuwerten beginnen werde. Das Lesen meiner ausgedruckten Literatur wird zugegeben schon ziemlich durch die Temperaturen erschwert, und im Moment habe ich noch meine altbekannten Probleme mit dem VPN-Client, die hier durch die langsame Internetverbindung vermutlich noch vergrößert werden, allerdings kommt Carola damit klar, also vielleicht gibt es Hoffnung... (Mir war gar nicht klar gewesen, dass man sich ja von überall aus ins Uni-Netzwerk einloggen kann!) Einmal hat es seltsamerweise sogar geklappt den „AnyConnect“ runterzuladen und zu verbinden, und dann wurde mir auch die Suchmaske des „ISI Web Of Knowlege“ angezeigt, was nur passiert, wenn man über die Uni eingeloggt ist, aber seitdem hat es nicht mehr geklappt... Hilfe, wo ist der Helpdesk? ;)

Nun aber zum besten Wochenende, das ich bisher hier verbracht habe! Am Samstag bin ich in die Stadt gefahren, um die Nachhaltigkeits- und Ökomesse „Eco Feria“ zu besuchen, auf der auch Forest Finance einen Stand hatte. Die darauffolgende Nacht habe ich in einem Hostel verbracht, weil das Gästehaus mit Besuchern der Messe belegt war, und habe das sooo genossen! Es war mir alles so vertraut von Neuseeland her, die Stockbetten in Zwölfer-Dorms, die mit beschriftetem Essen überquellenden Kühlschränke, die eigentümliche Mischung aus Gemeinschafts- und Freiheitsgefühl, das Gewirr aus verschiedenen Sprachen (vor allem Ivrit, wer hätte es gedacht ;) )... Am Sonntag bin ich dann nach El Valle gefahren, einer kleinen Stadt in einem der größten bewohnten Vulkankrater der Welt, was laut Busplan eine, in Wahrheit natürlich zweieinhalb Stunden dauert ;) und habe mich dort mit einer Couchsurferin aus Toronto, Rachel, getroffen, die derzeit als Aupair hier ist und sowohl mich als auch eine weitere Couchsurferin aus Deutschland (Candy), einen Couchsurfer aus Guatemala (José) und dessen Arbeitskollegen aus Mexiko (Bako) zu diesem Trip eingeladen hatte. Ich fand es wieder mal unglaublich, wie selbstverständlich wir eine Gemeinschaft bildeten, obwohl wir uns alle zuvor noch nie gesehen hatten, und habe mich lange nicht mehr so wohl mit Leuten gefühlt! Das hat mir eine Aussage aus meiner beliebten Zitierquelle bewiesen, “There is no such thing as personal happiness. Happiness is one hundred percent relational.”, und mich zugleich erleichtert feststellen lassen, dass es wohl doch nicht nur an mir gelegen hatte, wenn ich mit manchen Leuten hier nicht zurechtgekommen war – wobei ich das, was ich aus diesen Begegnungen gelernt habe (und noch lerne), nicht missen möchte. Jedenfalls haben wir den dortigen wunderschönen Gemüse-, Obst-, Pflanzen-, Blumen- und Kunsthandwerksmarkt besucht, haben uns dann auf eine Wanderung zum 70 m hohen Wasserfall “Chorro El Macho” begeben und sind anschließend noch in einem “natürlichen Swimming Pool” schwimmen gegangen. Leider wurde die arme Rachel von einer der dortigen Ameisen gebissen, wogegen sie allergisch ist, aber ihre Antiallergika vergessen hatte, sodass wir sie in die nächste Krankenstation brachten, wo sie zum Glück verarztet werden konnte (was auch etwas dramatisch ablief, da sie eine Nadel-Phobie hat!). Als wir in die Stadt zurückgekehrt waren, machte ich mich zu meinem diesmaligen Schlafplatz auf, der mich erneut an einer völlig anderen Welt teilhaben ließ und es mir ermöglichte Einblick in das Leben in einem der gigantischen Hochhäuser Panama Citys zu gewinnen! Er wurde von einem Couchsurfing-Neuling (Andrew) bereitgestellt, der ursprünglich aus England ist, schon jede Menge für seine Jobs in der Welt unterwegs gewesen ist und im Moment hier für Tetra Pak arbeitet (schon wieder eine Firma, von der ich nicht wusste, dass sie aus Schweden stammt!). Meine “Couch” war ein “Fünf-Sterne”-Gästezimmer im 20. Stock des Hochhauses mit eigenem Bad und atemberaubendem Ausblick!

Nun ja, inzwischen bin ich wieder zurück in meinen bescheideneren Lebensumständen ;) - letzte Nacht wurde ich in meinem Bett von Ameisen überrascht (wobei mich das noch nicht so schockiert hat wie vor einiger Zeit *innerhalb* meines Moskitonetzes eine Kakerlake anzutreffen!), die Mücken suchen auf meinen Beinen noch mühsam nach einem nicht bereits verstochenen Plätzchen und die Temperaturen haben mich veranlasst mir einen Rock zu kaufen, auch weil ich angesichts der langsamen Trockungszeit von Kleidung hier noch ein zusätzliches Kleidungsstück gebraucht habe. Ihr glaubt auch gar nicht, was alles die Fähigkeit besitzt zu schimmeln, selbst Romys Lexikon und Heikos Wanderschuhe hatte es getroffen, und ich hoffe, dass mein Laptop die hohe Luftfeuchtigkeit besser übersteht als Frederiks, der hier völlig seinen Geist aufgegeben hatte! Immerhin weiß ich inzwischen, dass das seltsame „Gebell“, was ich draussen immer höre, nicht von Hunden stammt, sondern eine sehr eigenartige panamaische Art von Gesang namens „Saloma“ ist, der wohl ähnlich schwierig für Nichteinheimische nachzuahmen ist wie der Buchstabe „Ain“ für Nichtaraber. (Auf youtube gibt es wohl Videos dazu, ich kann sie nur wegen der langsamen Ladegeschwindigkeit hier nicht anschauen.) Das hat mir Fernando, unser neuer panamaischer Praktikant erklärt, ebenso wie die Tatsache, dass ein Großteil der hiesigen Bevölkerung aus der Provinz Los Santos in Südwest-Panama stammt und zur Landnahme hierher gekommen ist, was sowohl den hohen Anteil an Indigenen im Vergleich zu Latinos als auch die im Vergleich zu Restpanama ärmlichen Verhältnisse erklärt. Trotzdem ist es bei weitem nicht so extrem wie was ich in Uganda gesehen habe. Kürzlich habe ich sogar meinen Rucksack im Supermarkt vergessen (typisch, ich weiß!) und als ich ca. eine Viertelstunde später zurückkam, erklärte mir ein Mitglied der Gründerfamilie (dessen Frau und Tochter auch dort arbeiten und immer sehr nett zu mir sind), er habe extra darauf aufgepasst – toll, wenn man Menschen so vertrauen kann!

Für nächste Woche habe ich mir vorgenommen für kurze Zeit in einen fortgeschrittenen Sprachkurs in der Stadt einzusteigen, weil mich die Tatsache frustriert, dass ich so wenig zum Üben komme. Selbst wenn ich mal nicht unter Deutschen bin, hat man hier mit Menschen, die selbst nie eine andere Sprache als die eigene gelernt haben, das Problem, dass sie sich dementsprechend wenig in jemanden hineinversetzen können, der ebendies versucht. Ich wäre schon manchmal fast zum Michelin-Männchen (Weibchen?) geworden, wenn mein Gesprächspartner auch bei meiner fünften Nachfrage immer noch haargenau denselben Satz wiederholt hat, mit genau denselben Wörtern und in genau derselben Geschwindigkeit... Naja, immerhin tragen die Taxifahrer mit ihren vielen Fragen zu meiner Bildung über Deutschland bei – so habe ich inzwischen nachgegoogelt, was „Deutschland“ wörtlich bedeutet und wo Hitler begraben ist – hättet ihr’s gewusst? :) Was mich auch etwas beruhigt hat, ist die Tatsache, dass die Jungs aus Guatemala und Mexiko selbst so ihre Schwierigkeiten mit dem panamaischen Spanisch haben – gemeinsam konnten wir uns unter anderem über die Eigentümlichkeit der Panameños den Kopf zerbrechen, bei manchen Wörtern einfach die Silben umzudrehen! Bekanntestes Beispiel hierfür wäre „¿que sopa?” statt ¿que paso?” (“was geht?”), aber auch “yapla” statt “playa” (Strand) oder “mopri” statt “primo” (Cousin) stehen dem in Faszinationsgehalt wohl kaum nach...

Puh, ich hätte wie immer noch viel mehr zu erzählen, aber in eurem und meinem eigenen Interesse ziehe ich hier einen Schlussstrich!

Muchos abrazinos, como siempre! :)

Eure Johanna

PS: Ach ja, ich wurde um eine genauere Erläuterung gewisser Sachverhalte des letzten Eintrags gebeten. Nein, Einstein wurde nicht mit einer Machete geköpft! ;) Das Denkmal ist eines der Resultate des jüdischen Einflusses auf die Stadt, der sich etwas indirekter auch in der beeindruckenden Skyline der Stadt niederschlägt, deren Bauunternehmen hauptsächlich in jüdischer Hand sind.

PPS: Übrigens, Moni, wenn ich es schon nicht geschafft habe in Freising ein Pläuschchen mit Zeugen Jehovas zu führen, so ist es mir doch wenigstens in Panama gelungen! :) (In der Cuidad del Saber...) Ich musste so an dich denken und deinen damaligen Bericht, bei dem ich Tränen gelacht habe!


Endlich mal ein Bild von unserem Haus von aussen!
At last a picture of our house from the outside!

Und die "Strasse", an der wir wohnen...
And the "street" by which we're living...






Regnerischer Feldtag (links Romy, in der Mitte Fernando, rechts Carola)
Rainy field day (Romy to the left, Fernando in the center, Carola to the right)

Mmh, Kokos(ge)nuss... :P
Enjoying coconut...

Chorro El Macho

Wir vor dem Wasserfall... (Bako, José, Rachel, ich und Candy)
In front of the waterfall (Bako, José, Rachel, me and Candy)

... und im herrlich kühlen Nass!
... and in the refreshing pool!

Blick aus dem 20. Stock auf den "Corridor Sur"
View from the 20th floor to the "Corridor Sur"

English version


Do you remember when I said I’d feel like I’d be having more time the older I get? If you hadn’t brought it to my attention, Raffi, I think I wouldn’t have noticed the contradiction! :) By now the encounter with the President of the Universidad Latina in Panama City has contributed to this impression. Doesn’t make sense? I’ll explain it to you: When I told my aunt that I’d be going to Panama, she “commissioned” me to find a Panameño with whom she'd been sharing a flat in their student days in Germany – and who is now the president just mentioned! It was by far not easy to find him, but eventually I was surprised that I could just walk into his (well-conditioned :)) office without any prior registration. He was beside himself with joy to meet me and incredibly kind, and while he told me what has been happening in his life since back then, I was really impressed to consider how many adventures are still ahead of me!

By now my former "roommates” and “co-workers” have left the village Tortí (they’re flying back to Germany this week) to which I had returned the week before last week, and however much I had enjoyed leaving it for the city, I also enjoyed returning there - warm water, a clean house and a proper kitchen are great when you had to do without  it for a long time, but also quickly become a burden in a strange way. Perhaps you remember the quote which I had read to you, "Security is not having money, it's knowing you can do without it," and this also seems to be the case with everything else. It’s striking how in spite of adverse external circumstances, one can make oneself comfortable “within oneself” alone by one’s thoughts, activities and especially one’s contacts with other people. And that's what it is, perhaps, what one is missing in "too convenient" external circumstances, and what the author of "Escapism" quotes as the "unbearable lightness of being". Oh and it also reminds me of a funny passage from "The Geography of Bliss" (yes, I’m reading several books at a time again;) ), in which the author has escaped from a luxury hotel: "A few minutes later, I'm checking into another hotel - no fleabag, mind you, but not a tomb, either. No one greets me at the lobby entrance. A good start. I notice that the ceiling paint is beginning to peel. There's a small crack in one wall. A wave of relief washes over me ... ": D

My bachelor thesis is making progress too - whenever Carola had explained something new to me, I didn’t know where to start at first, but after a while I got familiar with the respective task. At the moment I’m alternating with writing the easiest parts, reading the literature I’d printed at home and using “Citavi”, doing literature research and continuing to enter my data into Excel, which I’ll have to evaluate statistically when I'm finished with that. Reading my printed literature is admittedly quite tedious given the temperatures, and right now I’m still having my well-known problems with the VPN client which are probably increased by the slow internet connection here, however Carola seems to be able to handle it, so maybe there is hope... (I hadn't been aware that I can log into the university network from anywhere!)

But now for the best weekend I've spent here so far! On Saturday I went into the city to visit the “Eco Feria” tradefair on sustainability and ecology where also Forest Finance were having a booth. The following night I spent in a hostel since the guest house was occupied by visitors to the fair, and I enjoyed it sooo much! It was all so familiar to me from New Zealand, the bunk beds in 12-bed-dorms, the refrigerators stuffed with labeled food, that peculiar mix of a sense of community and a sense of freedom, the buzz of different languages (mostly Ivrit, who’d have thought that ;))... On Sunday I went to El Valle, a small town in one of the largest inhabited volcanic craters in the world, the journey from Panama City is said to take one hour, but takes two and a half hours in reality, of course... ;) After arriving I met a couchsurfer from Toronto, Rachel, who is currently working as an au pair here and had not only invited me, but also another couchsurfer from Germany (Candy), a couchsurfer from Guatemala (José) and his colleague from Mexico (Bako) to this trip. Again, I just found it incredible how we formed a community completely naturally even though we had never met each other before, and I had’t felt that comfortable with people for a long time! This has proved a statement of my favoured source of quotes, "There is no such thing as personal happiness. Happiness is one hundred percent relational”, and I was also quite relieved to find that my problems with some people here had probably not only been due to myself, although I wouldn’t want to miss what I’ve learnt (and I’m still learning) from these encounters. Anyway, we visited the beautiful local vegetable, fruit, plant, flower and handicraft market, went on a hike to the 70 m high waterfall “Chorro El Macho” and then took a swim in a “natural swimming pool”. Unfortunately, poor Rachel was bitten by one of the local ants, to which she’s allergic, but she’d forgotten her anti-allergic agents, so we brought her to the nearest medical facility where she could luckily get help (which was also a little dramatic though since she has a needle phobia!). When we had returned to the city, I went to my new sleeping place which allowed me to take part in a completely different world again and gave me an insight into the life in one of the gigantic high-rise buildings of Panama City! It was provided by a couchsurfing newcomer (Andrew) who is originally from England and has already travelled a lot for his jobs, at the moment he’s working for Tetra Pak here (another company of which I hadn’t known that it is originally from Sweden!). My "couch" was a “five-star” guest room in the 20th floor of the building with a private bathroom and a breathtaking view!

Well, now I’m back to my modest living conditions ;) - last night was surprised by ants in my bed (which didn’t shock me as much as the cockroach I had recently encountered *within* my mosquito net though), the mosquitoes are having difficulties in finding a spot on my legs which hasn’t been bitten yet and the temperatures have prompted me to buy a skirt, which was also necessary because I needed another piece of clothing due to the slow drying time of clothes here. You don’t imagine which things are actually able to get mouldy, even Romy's dictionary and Heiko's walking shoes had been affected, and I hope that my laptop will manage the high humidity better than Frederik’s which has completely packed up here! At least I now know that the strange "barking sounds" I keep hearing at times don’t come from dogs, but are a very peculiar Panamanian kind of song called "Saloma" , which is probably similarly difficult to imitate for non-natives as the letter "Ain " for non-Arabs. (There are obviously videos of it on youtube, but I can’t watch them here because of the slow loading speed.) That’s been explained to me by Fernando, our new Panamanian intern, as well as the fact that a large part of the local population is originally from the province of Los Santos in Southwest Panama and has come here for settlement, which explains the high proportion of indigenous people compared to Latinos and the poor living conditions compared to the rest of Panama. Nevertheless, it doesn't by far compare to what I've seen in Uganda. Recently I had even forgotten my backpack in the supermarket (typical, I know!) and when I returned there about a quarter of an hour later, I was told by a member of the founding family (his wife and daughter also work there and are always very kind towards me) that he had been keeping an eye on it – just great if you can trust people like that!

Next week I'm intending to take part in an advanced language course in the city because I’m a bit frustrated by my few opportunities to practice. Even if I'm not even among Germans, the problem here is that most people have never learnt a foreign language themselves and are therefore hardly able to put themselves into the shoes of someone who is trying to do so. I sometimes would have almost become a Michelin Man (Woman?) when my dialogue partner repeated exactly the same set of words with exactly the same speed for the fifth time when I didn’t understand him... Well, at least the taxi drivers contribute to my knowledge about Germany by their many questions - I have by now googled for the literal meaning of "Deutschland" and for the place where Hitler is buried - would you have known? :) What also calmed me down a bit was the fact that the guys from Guatemala and Mexico seem to be having difficulties with the Panamanian Spanish as well - together we racked our brains about the peculiarity of Panameños to reverse the order of the syllables of some words! The best-known example would be "¿que sopa?" instead of "¿que paso?" ("What’s up?"), but also "yapla" instead of "playa" (beach) or "mopri" instead of "primo" (cousin) are surely in no way inferior to that with regard to their fascination...

Phew, I'd still love to write much more, but I’d better come to an end here in both my own and your interest!

Muchos abrazinos, como siempre! :)

Johanna

PS: Oh and I’d been asked for a more detailed explanation of certain facts of the last entry. No, Einstein wasn't beheaded with a machete! ;) The monument is one of the results of the Jewish influence on the city, which is also indirectly reflected in the impressive skyline of the city whose construction companies are mainly in Jewish hands.

PPS: By the way, if I didn’t manage to have a chat with a Jehovah's Witness in Freising, I
succeeded at least in Panama! :) (In Cuidad del Saber...)